Die Großzählung 2001

W i e n , 2001-04-25 - In Österreich wird mit Stichtag 15. Mai 2001 die "Großzählung 2001" (GZ 2001) stattfinden. Unter diesem Begriff werden die drei Zählungsbereiche Volkszählung (VZ), Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ) sowie Arbeitsstättenzählung (AZ) zusammengefasst. Die Konzentration dieser Zählungen an einem Stichtag ermöglicht die optimale Nutzung von Synergieeffekten sowohl bei der Erhebung als auch bei der Aufarbeitung. Zählungsübergreifende Auswertungen gewährleisten einen möglichst hohen Informationsgewinn.

Die Auswertungen der Daten von rund

2,0 Mio. Gebäuden,
4,0 Mio. Wohnungen,
4,0 Mio. Haushalten,
8,1 Mio. Personen,
0,4 Mio. Arbeitsstätten

werden eine Fülle von Informationen über gesellschaftspolitisch bedeutende Themenblöcke (Bevölkerungsentwicklung, Arbeitsmarkt, Ausbildung, Verkehrsströme; Umwelt, Energie, Nahversorgung, Wohnverhältnisse etc.) liefern.

Eine zielgerichtete Verwendung dieser Informationen in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft sollte letztlich der gesamten Bevölkerung zugute kommen.

Diese Informationen aus den Großzählungsdaten sind aber keinesfalls ein "Instrument der Mächtigen" - sie stehen vielmehr jedermann zur Verfügung und dienen daher z.B. auch als Kontrollmöglichkeit für die Effizienz der Maßnahmen von Politik und Verwaltung.

In letzter Zeit gab es einige Aussendungen zum Thema "Großzählung 2001" welche die STATISTIK AUSTRIA zu folgenden Informationen veranlassen:

Volkszählung weltweit

Volkszählungen werden nicht nur in Österreich seit über 100 Jahren, sondern in fast allen Staaten der Welt durchgeführt. Die meisten europäischen Staaten haben die Zählung - entsprechend der Empfehlung der Vereinten Nationen - für das Jahr 2000 oder 2001 angesetzt.

Rechtliche Grundlagen

Die "Großzählung 2001" stützt sich auf folgende rechtliche Grundlagen:

Der ordentlichen Volkszählung am 15. Mai 2001 liegen nachstehende Rechtsvorschriften zugrunde:
Bundesgesetz über die Vornahme von Volkszählungen (Volkszählungsgesetz 1980), BGBl. Nr. 199/1980, in der geltenden Fassung von BGBl. Nr. 28/2001,
Meldegesetz 1991, BGBl. Nr. 9/1992, in der geltenden Fassung von BGBl. Nr. 28/2001,
Verordnung der Bundesregierung, mit der der Zähltag für die an der Wende des Jahrzehntes 200/2001 vorzunehmende ordentliche Volkszählung bestimmt wird, BGBl. Nr. 313/2000,
Verordnung des Bundesministers für Inneres über die bei der ordentlichen Volkszählung am 15. Mai 2001 zur Verwendung gelangenden Drucksorten, BGBl. Nr. 385/2000.
Mit der ordentlichen Volkszählung 2001 werden gleichzeitig auch Erhebungen über Gebäude und die darin befindlichen Wohnungen durchgeführt. Die Gebäude- und Wohnungszählung 2001 wird auf Grund der Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit über statistische Erhebungen betreffend bestehende Gebäude und die darin befindlichen Wohnungen und sonstige Räumlichkeiten (Gebäude- und Wohnungszählung 2001), BGBl. II Nr. 147/2001, durchgeführt, die Arbeitsstättenzählung auf Grund der Verordnung der Bundesregierung, mit der für das Jahr 2001 eine ordentliche Arbeitsstättenzählung angeordnet wird, BGBl. II Nr. 314/2001.

Die mit der Organisation der Zählung in Verbindung stehende "Parallelaktion Volkszählung - Meldewesen" stützt sich auf:

§ 6 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Vornahme von Volkszählungen (Volkszählungsgesetz 1980), BGBl. Nr. 199/1980, in der geltenden Fassung von BGBl. Nr. 28/2001,
§ 21a Abs. 3 des Meldegesetzes 1991, BGBl. Nr. 9/1992, in der geltenden Fassung von BGBl. Nr. 28/2001,

Diese Bestimmungen regeln sowohl für die Auskunftspflichtigen als auch für die in den Gemeinden Verantwortlichen (Zählungsleiter) und deren Hilfsorgane (Zählorgane) die Rechte und Pflichten.

Die Gemeinden (Zählorgane) werden in zwei Behelfen ("Handbuch für den Zählungsleiter" und "Leitfaden für Zählorgane") sehr ausführlich auf ihre Aufgaben vorbereitet und insbesondere auf die Wahrung der datenschutzrechtlichen Aspekte und die zu schützende Privatsphäre (z.B. kein Recht eine Wohnung zu betreten) hingewiesen.

Datenschutz

Die für die Wahrung des Datenschutzes zuständige Organisation, nämlich der DATENSCHUTZRAT wurde bereits in der Testphase hinsichtlich der geplanten Erhebungsformulare sowie der beabsichtigten Vorgangsweise in Kenntnis gesetzt.

In der Vorbereitungsphase der Novellen zum Volkszählungsgesetz 1980 sowie zum Meldegesetz 1991 fanden informelle Gespräche im Datenschutzrat statt, die zu einigen Änderungen des Konzepts führten. Die Diskussion über den im Sommer 2000 zur Begutachtung gelangten Entwurf der Novellen im Datenschutzrat ergab, dass gegen einige Detailregelungen im Zusammenwirken "Volkszählung - Meldewesen" immer noch Bedenken bestanden und mündete - nach entsprechender Adaptierung dieser Passagen - in den nunmehr in Kraft befindlichen Gesetzestext.

Sämtliche Regelungen entsprechen den EU-Richtlinien.

Akzeptanz in der Bevölkerung

Das Projekt "Großzählung 2001" wurde mit Unterstützung durch den Österreichischen Gemeindebund und den Österreichischen Städtebund in drei Testerhebungen (1998, 1999 und 2000) in insgesamt 27 Testgemeinden, die sich dankenswerter Weise zur Mitarbeit bereit erklärt hatten, gründlich getestet und sorgfältig vorbereitet.

Insgesamt nahmen an diesen Tests 16.226 Haushalte, denen für ihre freiwillige Mitarbeit besonderer Dank gebührt, teil. (Nach übereinstimmender Aussage der Zählungsleiter war der Anteil der "Verweigerer" unbedeutend.)

Die begleitende Befragung "Ihre Meinungen und Eindrücke" ergab einen Rücklauf von insgesamt 12.543 Fragebögen (gemessen an den teilnehmenden Haushalten sind das 77%).

Hinsichtlich der Akzeptanz ergab sich folgendes Bild:

Mehr als 90 % empfinden keine einzige der gestellten Fragen als unangenehm.
Rund zwei Drittel finden die Volkszählung gerechtfertigt.
87% haben keinen Einwand gegen die geplante Parallelaktion.
Etwa zwei Drittel sehen eine künftige Zusammenführung verschiedener Dateien anstelle einer herkömmlichen Volkszählung positiv.

Im Prinzip decken sich diese Angaben weitgehend mit einer Umfrage eines Meinungsforschungsinstituts im Anschluss an die Zählung 1991.

Die Antwortausfälle anlässlich der letzten Volkszählung waren aus statistischer Sicht vernachlässigenswert. Gegenüber den 96,5%, welche z.B. zur Frage nach dem Religionsbekenntnis Auskunft gaben, sind die Ausfälle von 3,5% für statistische Vollerhebungen eine durchaus akzeptable Größenordnung.

Kosten der Großzählung 2001

Die Kosten der Großzählung sind für den Bund mit 502 Mio ATS veranschlagt.

Davon entfallen 250 Mio ATS auf die Entschädigung, welche Städte und Gemeinden für ihren Aufwand vom Bund im Rahmen des Finanzausgleichs erhalten. (Dieser Betrag deckt allerdings nicht den gesamten Aufwand ab.)

Von den verbleibenden 252 Mio ATS werden 136 Mio ATS - aufgeteilt auf die Jahre 2001 und 2002 - aus dem Budget des Bundeskanzleramtes bestritten und der Rest von 116 Mio ATS aus dem laufenden Budget der STATISTIK AUSTRIA abgedeckt.

Konsumenten der GZ-Daten

Eine Umfrage im Herbst 1996 bei 400 Adressaten, vornehmlich aus dem Bereich Bund, Länder, Gemeinden, Wirtschaft, Wissenschaft usw., über die Nutzung der Ergebnisse der letzten und Wünsche an die kommende Zählung zeigte eine beeindruckend breit gestreute und intensive Nutzung von GZ-Ergebnissen, vor allem für kleine und kleinste räumliche Einheiten.

Öffentlichkeitsarbeit

Die STATISTIK AUSTRIA ist seit langem bemüht, gemeinsam mit ihren Partnern in Ländern, Städten und Gemeinden bzw. mit deren Interessensvertretungen die Bevölkerung über die bevorstehende Großzählung 2001 zu informieren.

Wie die erwähnten Umfragewerte zeigen, ist das Verständnis für die mit der Zählung verbundene Mühe in der Bevölkerung auch sehr groß -allerdings wäre es vermessen, zu glauben, dass man 100% der Bevölkerung von Sinn und Zweck der Zählung überzeugen könnte.

Informationen zur Großzählung 2001 finden sich im Internet unter:

http://www.volkszaehlung.at
http://www.grosszaehlung.at

Rückfragen zu diesem Thema richten Sie bitte direkt an den Projektleiter der Großzählung 2001, Karl Isamberth, STATISTIK AUSTRIA, Tel.-Nr.: 711 28/7240 DW, e-Mail:
karl.isamberth@statistik.at

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