LHStv. Onodi: Enquete über Hospizarbeit: In Würde und nicht allein sterben

Sterbebegleitung hat Vorrang, aktive Sterbehilfe ist abzulehnen

St. Pölten, (SPI) - "Mit dem Sterben verbinden sich den Menschen zwei Hauptängste: Dass er Schmerzen hat, und dass er allein stirbt. Beide Ängste müssen wir als verantwortungsbewusste Gesundheits- und Sozialpolitiker ernst nehmen", so Niederösterreichs Gesundheitsreferentin LHStv. Heidemaria Onodi anlässlich der heute im NÖ Landtagssitzungssaal stattfindenden Enquete zum Thema "Hospizarbeit" und "Schnittstellen ambulant-stationär in der Hospizarbeit". Auch wenn wir an der grundsätzlichen Situation schwerstkranker und sterbender Menschen wenig ändern können, so müssen wir doch versuchen, ihnen in dieser schwierigen Phase des Lebens beizustehen. "In den niederösterreichischen Pflegeheimen und im Bereich der mobilen Hauskrankenpflege wird bereits seit Jahren verstärkt dem steigenden Bedarf an Hospizpflege Rechnung getragen, in den Niederösterreichischen Krankenhäusern wurde in den letzten Jahren auf den Ausbau der palliativen Versorgung gesetzt", so Onodi.****

So gibt es in NÖ im Rahmen der Palliativmedizin derzeit 3 Pilotprojekte. Im ersten Projekt wird die Palliativmedizin als eigene Organisationseinheit mit spezifisch ausgewiesenen Betten betrieben. Als Standort dieses Projekte wurde das Krankenhaus Waidhofen/Thaya ausgewählt. Es übernimmt damit auch den Versorgungsauftrag für das Waldviertel. Im Zweiten Projekt sollen im KH Scheibbs vier Betten eingerichtet werden, in Ergänzung wird bei Projekt 3 in den Krankenanstalten Gmünd und Lilienfeld ein konsiliarisch tätiges Palliativteam, bestehend aus Pflegeperson, Arzt, Schmerztherapeut, Psychotherapeut, Seelsorger, Physiotherapeut und einem Koordinator, tätig. Die Mitglieder des Teams sind in den üblichen Betrieb des Krankenhauses integriert. Alle Projekte beginnen mit Juli 2001 und sind als Pilotprojekte auf eine Laufzeit von 2,5 Jahren konzipiert.

"Die Anforderungen bei der Pflege und Betreuung unheilbar Kranker an Ärzte, Schwestern, Therapeuten, Seelsorger oder mobile Pflegedienste steigen - sie reichen von der Schmerztherapie bis zur Angehörigenbegleitung, von speziellen Ausbildungserfordernissen bis hin zu ethischen Fragen. Modernste Methoden der palliativen Betreuung machen es dem heute dem unheilbar Kranken möglich, schmerzfrei, in Frieden und Geborgenheit zu sterben. Nach Möglichkeit werden Angehörige und Freunde mit einbezogen und werden in der Betreuung entlastet. Dabei geht es aber auch darum, gerade den Angehörigen bei der Bewältigung des bevorstehenden Abschieds von einem geliebten Menschen zu helfen. "Patientenrechte dürfen vor den letzten Lebenswochen nicht halt machen. Für mich als Gesundheitspolitikerin steht daher die ‚Sterbebegleitung‘ und nicht die ‚Sterbehilfe‘ im Vordergrund", so LHStv. Onodi.
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