Sima: "Temelin-UVP nach Absage an Nachbesserungen gescheitert"

15. Jahrestag von Tschernobyl: "Trauriger Beweis, dass atomare Strahlung keine Grenzen kennt"

Wien (SK) Als "bedauerlicherweise gescheitert" bezeichnet SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima die UVP für das AKW Temelin, sollte die gestrige Reaktion des tschechischen Industrieministers auf die österreichischen Forderungen die offizielle Stellungnahme aus Prag sein. Industrieminister Miroslav Gregr lehnte gestern die Forderungen nach Nachbesserungen des UVP-Berichts inklusive einer kompletten Sicherheitsüberprüfung strikt ab. "Die Haltung des Temelin-Hardliners Gregr belegt einmal mehr, dass den AKW-Betreibern nichts an einer ernsthaften Überprüfung des grenznahen AKW liegt, sondern sie die in Melk vereinbarte UVP lediglich als Feigenblatt für die Fertigstellung ihres Pannen-Reaktors missbrauchen wollten", so Sima. ****

Die Umweltsprecherin fordert angesichts der Antwort aus Prag ein sofortiges Gespräch auf höchster Ebene zur Klärung der weitern Vorgangsweise in Sachen Temelin. "Tschechien muss sich auf Schwierigkeiten beim Abschluss des Energie-Kapitels gefasst machen, sollte Temelin nicht europäischen Sicherheitsstandards entsprechen", so Sima. Sie erinnert in diesem Zusammenhang an den einstimmigen Vier-Parteien-Beschluss des Parlaments, wonach Österreich dem Energie-Kapitel mit Tschechien nicht zustimmen wird, sollte das grenznahe AKW nicht dem Standard europäischer AKWs genügen.

Besonders bedauerlich sei für die Umweltsprecherin die Verweigerung von tschechischer Seite, die Szenarien schwerer Unfälle im Rahmen der UVP zu analysieren. "Gerade vor dem morgigen 15. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ist es mehr als absurd, die Möglichkeit eines schweren Unfalls in Temelin auszuschließen. Tschernobyl ist der traurige Beweis dafür, dass atomare Strahlung keine Grenzen kennt." Die Sinnlosigkeit der Atomtechnik beweist laut Sima einmal mehr auch die heute publizierte Meldung, dass die endgültige Stillegung des slowakischen AKW Bohunice 60 (!) Jahre dauern wird. Bohunice soll laut Regierungsbeschluss 2006 bzw. 2008 stillgelegt werden. "Es ist doch wahnwitzig, zuerst die Gefahren eines Atommeilers in Kauf nehmen zu müssen, unsauberen Strom zu produzieren, die Frage der Endlagerung des Atommülls nicht gelöst zu haben und sich dann auch noch 60 Jahre lang mit der endgültigen Stillegung herumschlagen zu müssen", so Sima. (Schluss) ns/mp

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