"Neue Zeit" Kommentar: "Erleichterung" (von Günther Gruber)

Ausgabe vom 25. 4. 2001

Graz (OTS) - Erleichterung ist wohl der treffendste Begriff für jenes Gefühl, das in der Grazer und vor allem der steirischen SPÖ nach dem Ende der Urabstimmung über den Parteivorsitz und die Spitzenkandidatur für 2003 in Graz um sich gegriffen hat. Mannigfach waren die Befürchtungen nach dem Beschluss der Grazer SPÖ, das Parteivolk direkt zu befragen. Als sich auch noch die eine und andere Panne eingeschlichen hatte, erhöhte sich die Skepsis der Parteispitze.

Was passiert, wenn eine Entscheidung von 55 zu 45 Prozent, oder noch knapper herauskommt? Was passiert, wenn wegen der Zustellungspannen die Urwahl angefochten wird? All diese bangen Fragen sind heute der berühmte Schnee von gestern. Zwei Drittel zu einem Drittel bei knapp 60 Prozent Beteiligung entschieden die Grazer SPÖ-Mitglieder für Stadtrat Walter Ferk. Eine klare Sache, die auch die unterlegene Tatjana Kaltenbeck-Michl ebenso fair anerkannte, wie die beiden Kontrahenten die interne Wahlwerbung betrieben hatten.

Der befürchtete Riss durch die Grazer SPÖ muss damit nicht zwangsläufig zu jenem unüberbrückbaren werden, den viele befürchteten, auch wenn es für Ferk nun heißt, jede(n) Einzelne(n) seiner parteiinternen Gegner ins Boot zu holen. Bereits beim Stadtparteitag am Freitag wird sich zeigen, wie geschickt Ferk und wie konfliktfähig die Grazer SPÖ insgesamt ist. Reichen die Toleranz gegenüber den Verlierern und die Solidarität mit den Siegern nicht, hat die SPÖ ein Riesenproblem.

Rückfragenhinweis: Neue Zeit, 0316/2808-306

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