Verzetnitsch fordert Expertengipfel zu Fachkräftemangel

Es geht um das "Zukunftsprojekt Österreich" als interessanter Wirtschaftsstandort

Wien (ÖGB). "Die Ursache des heutigen Fachkräftemangels liegt bereits lange zurück, denn bereits 1996 wurden zu wenig Lehrstellen angeboten", erklärt ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch. "Heute rächt sich die mangelnde Ausbildungsfreude vieler Unternehmer. Es gibt zu wenig Fachkräfte, die ein wichtiger Faktor für einen international interessanten Standort Österreich sind." Verzetnitsch fordert daher einen Expertengipfel zur Behebung des Fachkräftemangels mit Sozialpartnern, AMS, Bildungspolitikern, Wirtschaftsforschern und der Regierung.++++

Es sei höchste Zeit, konkrete Maßnahmen in Angriff zu nehmen, statt immer nur steuerlichen Erleichterungen zu fordern. Schon in den vergangenen Jahren habe die Wirtschaft Milliardenförderungen für Lehrlinge erhalten - das Rüstzeug sei also vorhanden. Jetzt sei es an der Zeit diesen Kredit einzulösen, so Verzetnitsch. Der ÖGB-Präsident fordert einen finanziellen Ausgleich zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben: "Damit werden jene Betriebe gefördert, die viel in die Ausbildung der Jugendlichen investieren."

Eine wichtige Rolle komme auch der Weiterbildung und Umschulung der MitarbeiterInnen in den Betrieben zu. Verzetnitsch: "Dafür müssen die Unternehmen in Zukunft ausreichende Aktivitäten setzen und Mittel zur Verfügung stellen."

Freien Uni-Zugang sicherstellen

Der Fachkräftemangel werde jedoch auch von der Bundesregierung ignoriert. "Das Budget beispielsweise für Fachhochschulen, wo sofort mehr als 800 zusätzliche AnfängerInnen-Studienplätze geschaffen werden könnten, wird nicht aufgestockt", sagt Verzetnitsch. Ebenso würde die Regierung im Uni-Bereich alles unternehmen, um angehende StudentInnen vom Studium abzuhalten. Verzetnitsch: "Diese Politik gefährdet durch die Studiengebühren massiv den freien Hochschulzugang. Werden die Studiengebühren in Zusammenhang mit der laufenden Diskussion um das neue Uni-Dienstrecht und die Ausgliederung der Universitäten gesehen, kann für die Zukunft der heimischen Universitäten nur Schlimmstes befürchtet werden." Verzetnitsch verweist auf die im gemeinsamen Positionspapier von ÖGB und AK zur Hochschulreform festgehaltenen Eckpunkte für eine zukunftsorientierte Universitätsreform.

"Wir fordern einen Expertengipfel mit Sozialpartnern, AMS, Bildungspolitikern, Wirtschaftsforschern und der Regierung. Ziel dieses Gipfels muss es sein, eine umfassende Analyse der Problematik des Fachkräftemangels zu erstellen, und kurz- und mittelfristige Maßnahmen zu setzen", so Verzetnitsch. Es gehe um das "Zukunftsprojekt Österreich" und dafür sei eine gute, fundierte Ausbildung unserer Jugend eine Grundvoraussetzung. Denn die gute Ausbildung der heimischen Fachkräfte zählt zu den wichtigsten Gründen für internationale Unternehmen, sich in Österreich nieder zu lassen.

Das gemeinsame Positionspapier von ÖGB und AK zur Hochschulreform ist unter www.oegb.at abrufbar. (aw)

ÖGB, 24. April 2001
Nr. 327

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