Die Medienpolitik als Texter, Gestalter und Produktmanager

Wien (OTS) - Stellungnahme der IAA und der Berufsgruppe Werbeagenturen im Fachverband Werbung =

Großes Interesse in der Werbebranche hat der Entwurf
der österreichischen Regierung zum Bundesgesetz über den Österreichischen Rundfunk hervorgerufen.

Mit großer Verwunderung nehmen wir als Vertreter der Berufsgruppe der Werbeagenturen im Fachverband Werbung und als Vorstände der IAA zur Kenntnis, dass sich der Gesetzgeber nun auch als Gestalter von Werbung bzw. deren Inhalten sieht, wie es in einigen Teilen des Gesetzes zum Ausdruck kommt.

Grundsätzlich treten wir gegen jeden Eingriff in Form von Werbeverboten und einen Werbedirigismus ein, der den Grundsätzen der freien Marktwirtschaft widerspricht. Deshalb, weil wirtschaftliche Zusammenhänge und konzeptionelle Gestaltung den Werbetreibenden und ihren Agenturen, und nicht der Bundesregierung überlassen sein sollten - es sei denn, die Regierung plant hier einen neuen Einnahmezweig als Werbeagentur Österreichs.

Als Beispiel ist die vorgeschlagene Regelung bezüglich Fernsehwerbung für periodische Druckwerke anzusehen, wonach Werbung nur den Titel, nicht aber die Inhalte von Medien beinhalten darf -eine interessante gestalterische Lösung. Was soll man von Produkten, deren einziges Verkaufsargument der Inhalt ist, denn sonst sagen? Dass es sie gibt, und wie der Name lautet, kann es wohl nicht sein. Die Gefahr, die wir bei solchen Entwicklungen sehen, sind weitere Eingriffe auf andere Produktbereiche. Mit ein bisschen Phantasie kann man sich ja die nächsten betroffenen Produktgruppen schon vorstellen, wie z.B. die Einschränkung der Automobilwerbung auf schlichte Nennung der Fahrzeugtype, oder Kosmetikwerbung, in der nicht mehr Produktvorteile, sondern nur der Hersteller genannt werden darf. Für diese Art von Kampagnen und Werbeauftritten sind wirklich kreative Köpfe gefragt. Folgt man dem Gesetzesentwurf, sind diese offenbar in den diversen Ministerien zu finden.

Sollten wir daher nicht zu einer professionellen Medienpolitik zurückkehren?

Der Medienstandort Österreich profitiert nicht von Werbeverboten. Restriktive Rahmenbedingungen führen letztlich nur zu einem Abfluss von heimischem Finanz- und Kreativpotential ins Ausland. Lassen wir daher die amateurhaften Überlegungen sein, und stattdessen wirkliche Experten für professionelle Medien- und Werbepolitik mitgestalten.

Die Berufsgruppe Werbeagenturen und die IAA sind jederzeit mit all ihren Mitgliedern aus Werbung, Medien und Wirtschaft bereit, bei einer positiven Gestaltung der Rahmenbedingungen mitzuwirken, wie ja auch schon eine aktiven Vertretung der werbetreibenden Wirtschaft im künftigen ORF-Stiftungsrat gefordert wurde. Dies scheint aber -trotz aller unserer Angebote zur Zusammenarbeit - bislang von keinem Verantwortlichen wahrgenommen worden zu sein.

Wien, im April 2001

KR Paul Schauer
Berufgruppenvorsitzender Werbeagenturen und Vorstand IAA

Mag. Michael Himmer
Berufgruppenvorsitzender-Stellvertreter Werbeagenturen und Generalsekretär IAA

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