Berufliche Belastung der Bauarbeiter im Pensionsrecht berücksichtigen

ÖGB-Driemer: "Regierung setzt neuerlich verfassungsrechtlich bedenkliche Schritte im Pensionsrecht"

Wien (GBH/ÖGB). Mit Verwunderung stellt der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) und ÖGB-Vizepräsident Johann Driemer fest, dass die derzeitige Bundesregierung einerseits Zeiten der Kinderbetreuung ohne jegliche Pensionsbeiträge als pensionsbegründende Zeiten anrechnet und andererseits Zeiten der unverschuldeten Arbeitslosigkeit, wie es gerade bei Bauarbeitern häufig der Fall ist, keine Berücksichtigung im Pensionsrecht finden.++++

"Die Vorgangsweise der Bundesregierung ist nicht nur sachlich nicht gerechtfertigt, diese Regierung berücksichtigt auch besonders schwere berufliche Belastungen, wie z.B. bei Bauarbeitern, im Pensionsrecht nicht", erklärt Driemer, "Eine faire Berücksichtigung der Arbeitsbedingungen in Berufssparten, die höchsten Belastungen ausgesetzt sind, ist dringend geboten, um unser Pensionssystem gerechter zu gestalten."

Die massiven Verschlechterungen im Pensionsrecht durch die Streichung der Pension wegen geminderter Erwerbsfähigkeit, aber auch durch die überfallsartige Erhöhung des Pensionsanfallssalters haben vor allem für Bauarbeiter massive Verschlechterungen im Pensionsrecht und dramatische finanzielle Einbußen zur Folge.
ArbeitnehmerInnen in der Bauwirtschaft sind in ihrem Berufsleben den höchsten Belastungen und Gesundheitsgefahren ausgesetzt, wie eine von der Gewerkschaft Bau-Holz in Auftrag gegebene Studie beweist.

Deshalb fordert die Gewerkschaft Bau-Holz schon seit Jahren eine optimale Gesundheitsvorsorge und eine stärkere Berücksichtigung der schweren Arbeitsbedingungen im Pensionsrecht. Nach dem Modell der GBH sollen Versicherungszeiten, die unter schwersten körperlichen Arbeitsbedingungen geleistet werden, mit einem höheren Faktor im Pensionsrecht berücksichtigt werden.

Auch im Bereich der Exekutive wurde bereits ein ähnliches Modell vorgeschlagen.

Selbst ein ehemaliger Spitzenfunktionär der größeren Regierungspartei hat Anfang vergangenen Jahres die Vorschläge der GBH aufgegriffen, aber auch dieses jetzt einfache Parteimitglied verabschiedete sich rasch von den Vorschlägen im Interesse der Bauarbeiter, sodass die FPÖVP-Regierung ihr Pensionsbelastungsprogramm mit ihrer Mehrheit im Parlament ungestört absegnen lassen konnte.

"Ich fordere die Regierung im Namen der 250.000 Bau- und HolzarbeiterInnen und deren Familien auf, von dieser sachlich ungerechtfertigen Behandlung von Gesellschaftsgruppen im Pensionsrecht abzugehen und die besonders belastenden Arbeitsbedingungen der Bauarbeiter endlich im Pensionsrecht zu berücksichtigen", schloss Driemer. (kh)

ÖGB, 24. April 2001
Nr. 324

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Sonja Schmid
Tel.: 01/401 47/246 DW
e-mail: sonja.schmid@gbh.oegb.or.atGewerkschaft Bau-Holz

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB