AK: Theodor-Körner-Fonds -2

Von Medizin-Technik über Krebsforschung bis Weiterbildung: 73 neue Preisträger

Wien (AK) - Medizin-Technik für Gehirn-Untersuchungen ohne Belastung der Patientien mit radioaktiven Stoffen, ein neuartiger Bewerbungs-Ratgeber auf CD-Rom - oder der neue Roman des nach einem Unfall gelähmten Schriftstellers Zivorad Mitrasinovic: Das sind nur drei der insgesamt 73 Arbeiten, für die heuer der Theodor-Körner-Fonds Förderungen vergibt. Seit 1954 wurden fast 45 Millionen Schilling vergeben, heuer wird bereits der 3.000. Preisträger unterstützt. Initiiert wurde der Fonds 1953 von Arbeiterkammern und ÖGB zum 80. Geburtstag des damaligen Bundespräsidenten Theodor Körner: Der Jubilar hatte auf Geschenke verzichtet - und gebeten, statt dessen junge WissenschafterInnen und KünstlerInnen zu fördern. ****

Für Leistungen in Medizin und Naturwissenschaften wurde heuer zum Beispiel der Neurologe Roland Beisteiner gefördert. Er arbeitet mit seinem Team an der Verbesserung der funktionellen Magnetresonanz-Tomografie. Durch diese Methode für Gehirn-Untersuchungen etwa vor Tumor-Operationen werden Patienten mehr geschont als durch herkömmliche Verfahren, bei denen radioaktive Stoffe gespritzt werden müssen. Damit dabei durch Kopf-Bewegungen kein falsches Bild vom Gehirn entsteht, entwickelten Beisteiner und KollegInnen einen bequemen Helm - ein Beitrag zur Wiener Medizin-Technik, der den PatientInnen hilft und bei dem die ForscherInnen auch mit der Wiener Wirtschaft zusammenarbeiten. Zukunftsweisend ist ebenfalls die Arbeit von Rupert Lanzenberger. Er untersucht, wie mit der funktionellen Magenetresonanz-Tomografie die Balance von Aktivierung und Deaktivierung von Gehirnregionen etwa bei starker Konzentration gezeigt werden kann - als Grundlage für Behandlungen bei Störungen dieser Balance.

Die Ernährungswissenschafterin Christine Loibichler wiederum hat mit KollegInnen nachweisen können, dass Allergien auslösende Stoffe von der Mutter auf das Kind übertragen werden können, bevor es geboren wird. Jetzt untersucht die Körner-Fonds-Preisträgerin den genauen Übertragungsweg.

An den Ursachen des Non-Hodgins-Lymphoms (ein Krebs im Lymphsystem von Kleinkindern) forschen Doris Polgar (Biologin) und Sabine Wohlfart (Zoologin). Ziel: Grundlagen für eine mögliche Behandlung ohne Chemo-Therapie erforschen und entwickeln. Denn auf die Chemo-Therapie kann später die so genannte sekundäre Leukämie folgen. An Möglichkeiten zur Vorbeugung von Dickdarmkrebs durch Kaffee-Inhaltstoffe forscht die Enährungswissenschafterin Gerlinde Scharf.

Eine Bewerbungs-CD Rom hat die Verlags-Lektorin Ingrid Autengruber weiter entwickelt. Aus Fragebögen und Checklisten können Arbeitssuchende Schritt für Schritt ein vollständiges Bild ihrer persönlichen Vorstellungen, Chancen und Fähigkeiten gewinnen - und dabei entstehen auch die wesentlichen Argumente für konkrete Bewerbungen. Die Geschichte der Erwachsenenbildung erforscht die Historikerin Sandra Wiesinger-Stock. Ein Ergebnis sollen auch Vorschläge für die Zukunft der Erwachsenenbildung sein.

Zivorad Mitrasinovic hat literarisch gearbeitet, bis er einen Unfall hatte. Seither ist er querschnittgelähmt, kann nur einen Arm bewegen, aber keine Finger. Noch vor 5 Jahren lag der heute 45-Jährige in Lainz im Krankenbett, mit Unterstützung der ORF-Konflikte-Redaktion sorgte der damalige Wiener Gesundheits-Stadtrat Rieder für seine Rehabilitation. Er schreibt mittlerweile wieder, hat einen elektrischen Rollstuhl. Der Körner-Fonds fördert seine Arbeit am Roman "Der Krüppel".

Gespeist wird der Theodor-Körner-Fonds ausschließlich aus Spenden. Heuer werden knapp 2 Millionen Schilling vergeben - pro Person zwischen 15.000 und 35.000 Schilling. Seit 1954 wurden fast 45 Millionen Schilling vergeben, heuer ist unter den jungen WissenschafterInnen und KünstlerInnen bereits der 3.000. Preisträger (Mag. Christian Fackelmann für die historisch-kritische Neuedition des Weinheber-Briefwechsels). Unter den früheren PreisträgerInnen finden sich viele bekannte Persönlichkeiten wie Christian Ludwig Attersee, Christine Busta, Friedrich Cerha, Antal Festetics, Jörg Mauthe, Hans Strotzka oder Helmut Zilk.

(Schluss)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Peter Mitterhuber
Tel.: (01) 501 65-2530
email: akpresse@akwien.or.at
http://www.akwien.atAK Wien Presse

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW/AKW