Junge Wirtschaft fordert Freibetrag für Beteiligungen an kleinen und mittleren Unternehmen

Bundesvorsitzender Manfred Pletzer: "Österreich soll Europas Gründerland Nr. 1 werden" - Business Plan für die Republik Österreich vorgestellt

Wien (PWK303) - Mit einem "Business Plan für die Republik Österreich" will die Junge Wirtschaft, Österreichs mitgliederstärkste Interessenvertretung für Jungunternehmer, die bestehenden Lücken in der österreichischen Gründer- und Jungunternehmerpolitik rasch und effektiv schließen. Vor Journalisten erläuterte der neue Bundesvorsitzende Manfred Pletzer am Montag Abend die inhaltlichen Schwerpunkte und Positionen des neuen JW-Business Plans.

"Die Dynamik bei den Unternehmensgründungen mit zuletzt 23.800 Gründungen im Jahr muss nachhaltig verstärkt werden. Im nächsten Jahr könnten es bereits 25.000 Neugründungen sein, wenn die Rahmenbedingungen stimmen" sagte Pletzer. Die JW schlägt daher im Kapitel "Konkurrenz- und Branchenanalyse" ihres Business Plans eine weitere Flexibilisierung rechtlicher Rahmenbedingungen vor, um den notwendigen mentalen und konkreten Support für mehr Gründungen zu geben. Neben der Online-Gewerbeanmeldung, einer weiteren Liberalisierung der Gewerbeordnung und einem radikal vereinfachten Anlagenrecht fordert die JW eine Liberalisierung der Ladenöffnung und weitere Flexibilisierungen im Arbeitsrecht.

Um die Selbständigenrate in Österreich weiter zu erhöhen müsse auch die Nachfolgepolitik aktiv angegangen werden. Die Sensibilisierung für die Problematik, die rechtzeitige Vorbereitung der Übergabe bzw. Übernahme und die Motivation von potenziellen Gründern, ein bestehendes Unternehmen zu übernehmen, sind dabei erfolgsentscheidend. Die JW fordert daher eine Beratungs- und Imageoffensive für die Betriebsnachfolge sowie eine Drittelfinanzierung durch Bund, Land und Wirtschaftskammern. Der Wegfall der staatlichen Gründungskosten soll für Übernehmer genauso gelten wie schon jetzt für Neugründer (Neugründungsförderungsgesetz).

Das dritte Standbein einer neuen Gründerdynamik sieht Pletzer im Franchising-Bereich. "Franchising ist die ideale Lösung für Personen, die an der Selbständigkeit interessiert sind, aber auf ein "Sicherheitsnetz" wert legen". Mit dem Franchise Net unter www.gruenderservice.net hat die Junge Wirtschaft die Grundlage für Markttransparenz geschaffen: Franchisenehmer und Franchisegeber können einander hier auf Knopfdruck finden.

Um die österreichischen Jungunternehmer zu animieren, ihre Exportchancen aktiv zu nützen, soll die Wirtschaftskammer einen Export-Chancen-Check anbieten. Gerade angesichts der EU-Erweiterung, aber auch in Richtung der traditionellen Exportländer Österreichs würde eine breit angelegte Exportberatung eine neue Dynamik für junge Unternehmen und damit für den Standort Österreich bringen.

Schluss sein müsse endlich mit den Eigenregieleistungen der öffentlichen Hand. "Der Staat hat sich in Österreich lange genug als Unternehmer versucht und dabei ein Milliardendebakel hinterlassen. Dass der Staat ein schlechter Unternehmer ist, zeigen nach wie vor die zahlreichen öffentlich-unternehmerischen "Eigenregieleistungen" auf regionaler und kommunaler Ebene", stellte Pletzer fest. Nach Analysen der JW sind derartige Eigenregieleistungen bis zu 200% teurer als vergleichbare Leistungen privater Anbieter. Die Junge Wirtschaft fordert daher das Verbot von Eigenregieleistungen der öffentlichen Hand. Damit würde es neue Handlungsräume für die regionale Wirtschaft und damit eine neue Dynamik für Wirtschaft und Beschäftigung vor Ort geben.

Neben dem Maßnahmenbündel für eine nachhaltige Gründerdynamik beschreibt der JW-Business Plan für die Republik Österreich auch neue Ansätze zur Lösung der Kapitalfrage, die für viele junge Unternehmen nach wie vor das Problem Nr. 1 ist. Neben der Nutzung der neuen Chancen des Kapitalmarktes in Österreich, für den mit dem Cash Net des Gründer-Service noch nie dagewesene Markttransparenz hergestellt wurde, plädiert die Junge Wirtschaft für neue Finanzierungsformen. So soll es mehr private, regional orientierte Beteiligungsplattformen geben. Ein entsprechendes Pilotprojekt gibt es bereits in Tirol. Falls die Dynamik in diesem Bereich in einigen Jahren verstärkt werden muss, fordert die JW die Einführung eines Beteiligungsfreibetrages (BFB) im Rahmen der Steuerreform 2003. Damit soll ein Anreiz gegeben werden, sich an KMUs mit kleineren Beträgen zu beteiligen.

Eine weitere innovative Finanzierungsform bringt das JW-Konzept "Double Equity": Dem Jungunternehmer, der erfolgreich privates Beteiligungskapital akquiriert hat, wird die Beteiligungssumme mit einer staatlichen Garantie über den gleichen Betrag verdoppelt. Komplizierte Bewilligungsbürokratie ist dabei überflüssig, weil die private Beteiligung die Solidität der Unternehmung dokumentiert. Ein vergleichbares Modell wird in Bayern bereits sehr erfolgreich praktiziert. (MH)

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