Mitterlehner: Wirtschaft braucht bis 2005 zusätzlich 165.000 Arbeitskräfte!

"Ein Netzwerk von Maßnahmen muss entwickelt werden, um die Zukunft am Arbeitsmarkt zu bewältigen."

Wien (PWK300) "Die Diskussion um den Arbeitskräftemangel wurde bis jetzt oberflächlich geführt. Ein Umdenken muss Platz greifen, vor allem in der Politik." Wirtschaftskammer Generalsekretär-Stv. Reinhold Mitterlehner fand klare Worte anlässlich der Präsentation einer WIFO- Studie über die Knappheit an Arbeitskräften. Zusammen mit dem WIFO- Experten Univ.- Prof. Ewald Walterskirchen stellte Mitterlehner erstmals Zahlenmaterial zum tatsächlichen Arbeitskräftebedarf in Österreich vor.

Professor Walterskirchen zeigte auf Grund der vorliegenden Studie den dramatisch anwachsenden Mangel an Arbeitskräften auf. So wird bei einem prognostizierten Wirtschaftswachstum von 2 1/2 Prozent ein Arbeitskräftebedarf von zusätzlich 165 000 Beschäftigten bis 2005 prognostiziert. "Seit 1999 geht das Angebot an Arbeitskräften sukzessive zurück. Der Bedarf kann nicht mehr gedeckt werden," so der WIFO Experte.

Aus der WIFO-Studie leitete der WKÖ-Generalsekretär-Stv. klare Forderungen ab um den Arbeitskräftemangel zu bewältigen. Für Mitterlehner sind die Qualifizierung von Arbeitslosen, ein vermehrter Anreiz für Frauen, verstärkte Berufsinformationen, eine Erhöhung der Beschäftigungsquote von älteren Arbeitnehmern, bessere Angebote von Kurzstudien oder eine höhere Attraktivität der Lehre für Maturanten taugliche Mittel um die Situation zu meistern.

Mitterlehner forderte vor allem verbesserte Rahmenbedingungen, um Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. So sollten die Kosten für die Kinderbetreuung steuerlich absetzbar sein und Kinderbetreuungseinrichtungen flächendeckend eingeführt werden. Dazu müssten steuerliche Anreize für Betriebe geschaffen werden. Auch eine Forcierung der Telearbeit würde vielen Frauen eine ideale Möglichkeit bieten, die Betreuung von Kindern mit einer Berufstätigkeit zu verbinden.

Ein wichtige Maßnahme, den Arbeitskräftemangel zu minimieren, ist für den WKÖ-Generalsekretär Stv. die Beschäftigungsquote der älteren Arbeitnehmer zu erhöhen. Dazu sollten finanzielle Anreize verstärkt werden, um so eine längere Erwerbstätigkeit aufrechterhalten zu können. Mitterlehner: "Auch das Bonus- Modell nach Erreichen des Regelpensionsalters könnte noch ausgebaut werden. Des weiteren gilt es, Anreize zur Weiterbildung für ältere Arbeitnehmer zu schaffen."

Der Bildungssektor ist, laut Mitterlehner, ein weiterer Bereich wo es anzusetzen gilt. "Angefangen von einer besseren Berufsinformation, über eine Fokussierung auf kürzere Studien, bis zu einer steigenden Attraktivität der Lehre für Maturanten" reicht hier die Palette der Maßnahmen.

Der zusätzliche Bedarf an Arbeitskräften kann laut WIFO nicht allein durch Erhöhung der Beschäftigungsquote der Frauen, der Älteren und die verstärkte Eingliederung Arbeitsloser gedeckt werden. Mitterlehner: "Auch wenn alle diese Maßnahmen prompt umgesetzt werden, so bleibt doch eine Lücke, die nur durch die rasche Integration ausländischer Mitbürger geschlossen werden kann." Daher fordert der Generalsekretär-Stv., das Beschäftigungsrecht und Aufenthaltsrecht zu harmonisieren und auch die Einwanderungspolitik neu zu regeln. So sollte vom derzeitigen starren Quotensystem für die Neuzuwanderung von Fachkräften abgegangen werden. Entsprechend den flexiblen Bedürfnissen des Arbeitsmarktes und der Wirtschaft sei die Zuwanderung flexibel zu gestalten. Daher sollte Österreich auch, so Mitterlehner, den Zuwanderungswilligen ein positives Lebensumfeld bieten und das "Informationspackage" für neuzugezogene Ausländer, wie im Regierungsübereinkommen vorgesehen, umgesetzt werden.

"Wir brauchen eine Bewußtseinsbildung, wo ein Netzwerk von Maßnahmen entwickelt wird, um die Zukunft am Arbeitsmarkt zu bewältigen", meinte Reinhold Mitterlehner abschließend. (MW)

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