- 21.04.2001, 20:41:36
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- OTS0048 OTW0033
Greenpeace: Keine Atom-Geheimtransporte durch Europa!
Vertrauensbruch in europäischer Zusammenarbeit
Wien (OTS) - Greenpeace kritisierte heute scharf den von der
Umweltorganisation aufgedeckten Geheimtransport von nuklearen
Brennstäben für den zweiten Reaktorblock des AKW Temelin. Der
Transport findet zu einem Zeitpunkt statt, zu dem gravierende
Probleme im Bereich des ersten Reaktors noch immer ungelöst sind und
das AKW auch heute wegen technischer Probleme wieder
heruntergeschaltet werden musste. "Geheime Atom-Transporte durch
Europa sind gegen das Prinzip der europäischen Zusammenarbeit. Wenn
niemand darüber informiert ist, besteht keine Möglichkeit, das
Risiko für Menschen und Umwelt gering zu halten", sagte Franko
Petri, Pressesprecher von Greenpeace, und bezeichnet die
Vorgangsweise als einen politischen Nuklearskandal. Die
Umweltorganisation fordert von Bundeskanzler Schüssel einen Appell
an den tschechischen Ministerpräsidenten Zeman, dass so etwas nicht
mehr vorkommt, ohne dass die österreichische Seite davon informiert
wird.
Die Brennstäbe stammen von der amerikanischen Firma Westinghouse
und
werden vom polnischen Hafen Stettin direkt nach Temelin gebracht.
Der Transport wurde von der tschechischen Atomaufsichtsbehörde
(SUJB) bewusst geheimgehalten. Nicht einmal die Bürgermeister der
Gemeinden, durch die der Transport durchfährt, wurden über die
gefährliche Fracht informiert. Dana Drabova, die Leiterin der SUJB
beruft sich dabei auf ein Gesetz über die Geheimhaltung in diesen
Angelegenheiten.
Greenpeace fühlt sich durch diesen neuen Vertrauensbruch darin
bestätigt, dass die Temelin-Betreiber noch immer Beweise für Mängel
zur Sicherheit von Temelin zurückhalten. Die Umweltorganisation
weist dabei besonders auf die Husch-Pfusch-Reparatur des Hauptrohres
im Reaktorbereich hin, die noch immer von der SUJB untersucht wird.
"Die Vorgangsweise der Temelin-Betreiber widerspricht jeglicher
Regel, wie über nukleare Sicherheitsfragen in Westeuropa informiert
wird", sagte Petri. Auch in Deutschland wurde vor den Castor-
Transporten die Öffentlichkeit in Kenntnis gesetzt, obwohl Proteste
zu erwarten waren. "Die Bürger müssen das Recht haben, gegen Risiko-
Technologien zu protestieren", sagte Petri abschließend.
Rückfragehinweis: MMag. Franko Petri, Pressesprecher-Greenpeace, tel.
01- 5454580-29 bzw. 0676-5147246
DI Jan Haverkamp Greenpeace-Atom-Experte Greenpeace Tschechie
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