"Neue Zeit" Kommentar: "Gutes Zeichen" (von Günther Gruber)

Ausgabe vom 21. 4. 2001

Graz (OTS) - Wien ist anders. Das zeigte auch die gestrige Präsentation der neuen Stadtregierung durch Bürgermeister Michael Häupl. Anders ist Wien, weil es das einzige Bundesland ist, das in Zukunft von einer Einparteien-Alleinregierung geführt wird. Diesen demokratiepolitisch nicht unbedingt als zeitgemäß einzuschätzenden Umstand wollte Michael Häupl gestern, bei allem Stolz auf seinen Wahlerfolg, auch demonstrativ abschwächen. Er erwarte sich eine fruchtbare Zusammenarbeit mit den Grünen, gemeinsame Interessen mit der Rathaus-ÖVP und eine Fortsetzung des guten Klimas mit dem Wiener Wirtschaftskammer-Präsidenten Walter Nettig.

Wien ist aber nicht nur in der parteipolitischen Zusammensetzung einer Landesregierung einzigartig, auch bei der Gleichstellung der Geschlechter ist Wien einmalig in Österreich: Michael Häupl präsentierte ein Regierungsteam, das nicht einmal mehr mehrheitlich eine Mannschaft genannt werden kann. Vier Männer und vier Frauen werden in Zukunft die Geschicke der Bundeshauptstadt leiten. Ein Zeichen an die Frauen in der Politik, das die SPÖ auch in Salzburg und in Niederösterreich mit der Wahl von weiblichen Parteivorsitzenden gesetzt hat. Diese Signale werden in anderen Bundesländern und anderen Parteien nicht ungehört bleiben können. Wien und sein Bürgermeister haben gezeigt, dass man mit entschiedenem Auftreten gegen jede Diskriminierung, ob von Herkunft oder Geschlecht, politisch erfolgreich sein kann. Ein gutes Zeichen.

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