WirtschaftsBlatt-Kommentar zu Tech-Aktien von Robert Lechner - Die Spreu trennt sich vom Weizen

ausgabe vom 21.4.2001

Wien (OTS) - Aktionären, die schon einmal überlegt haben, sich High-Tech-Werte ins Depot zu holen, fällt die Orientierung allmählich wieder leichter: So billig wie jetzt sind solide Unternehmen aus diesem Sektor künftig wohl nicht mehr zu bekommen. Die vergangenen Tage haben gezeigt, dass sich bei den Unternehmen der New Economy zunehmend die Spreu vom Weizen trennt. Nur jene Konzerne haben Erfolg, die nicht krampfhaft versuchen, die Gesetze der Betriebswirtschaft zu umgehen. Unternehmen wie der finnische Elektronikkonzern Nokia haben es geschafft, mit altmodischen Plänen zur Steigerung des Unternehmenswertes Anleger zu überzeugen. Die Umstellung der Strategie hat dem Mobiltelefon-Marktführer für das erste Quartal dieses Jahres ein sattes Umsatzplus von 22 Prozent gebracht. Die Nokia-Aktie ist derzeit um die Hälfte ihres Werts vom Dezember zu haben. Damit ist ausreichend Aufholpotenzial gegeben. Darüber hinaus haben IBM, Microsoft, Apple und Advanced Micro Devices das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen können. Und langsam zeichnet sich auch beim schwedischen Technologie-Giganten Ericsson ein Licht am Ende des Tunnels ab: Die Aktie ist durchaus ein Tipp für Risikofreudige. Strategien der Old Economy haben also dem High-Tech-Sektor Kursfantasie eingehaucht. Zusätzliches Potenzial für Gewinne mit High-Tech-Aktien bietet die anrollende Kooperationswelle. Die geplante Verschränkung der Handy-Sparten von Ericsson und Sony dürfte dabei erst der Anfang sein. Vorsicht bei Investments in die New Economy bleibt trotzdem geboten. Nach wie vor spuken dubiose Start-Up-Manager auf dem internationalen Börseparkett und wollen Anlegern die angeblichen Geschäftschancen etwa von Internet-Handelsplattformen schmackhaft machen. Das Risiko, bei solchen Aktien alles zu verlieren, ist hoch. In der Vergangenheit hat sich oft herausgestellt, dass hinter den glänzenden Emissionsprospekten keine Strategien zur Steigerung des Unternehmenswertes vorhanden waren. Zu viele Web-Unternehmen sind an die Börse gegangen, um mit dem Cash der Investoren zunächst einmal die Gehälter der Mitarbeiter zahlen zu können, Büros in Toplagen anzumieten und sich ein paar fette Dienstautos in die Garage zu stellen. (Schluss) lech

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