ACHTUNG BAUSTELLE: EIN GROßTEIL DER LENKER IST ZU SCHNELL UNTERWEGS UND DRÄNGELT

Kuratorium für Verkehrssicherheit warnt vor erhöhtem Unfallrisiko im Autobahn-Baustellenbereich: Mindestens jeder dritte Lenker ist zu schnell unterwegs, rund zwei Drittel halten zu wenig Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug

Wien (KfV-Presse) "Achtung Baustelle heißt auch Achtung Unfallgefahr, denn Baustellen sind meist Eingriffe in den gewohnten Verkehrsfluß. Je umsichtiger Lenker unterwegs sind, desto besser können sie sich darauf einstellen", erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Doch um die Umsichtigkeit auf Österreichs Autobahnen ist es schlecht bestellt, wie eine aktuelle KfV-Studie im Auftrag der Niederösterreichischen Landesregierung beweist.

Untersucht wurde das Fahrverhalten im Bereich von Autobahn-Baustellen. Die Daten wurden im Juni 2000 nach dem schweren Verkehrsunfall mit sechs Getöteten im Baustellenbereich auf der A1 bei Haag erhoben und wieder einmal wird den Kraftfahrern kein gutes Zeugnis punkto Geschwindigkeits- und Abstandsmoral ausgestellt.

Die Ergebnisse im Detail
Die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten auf Strecken mit Tempo 60 bzw. 80 und die Sicherheitsabstände werden kaum eingehalten. Die Spitzengeschwindigkeit wurde mit 154 km/h gemessen und die Sicherheitsabstände lagen oftmals unter einer halben Sekunde. Die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten wurden am ersten Fahrstreifen zumindest von jedem dritten Lenker, teilweise aber sogar von 75 Prozent der Kraftfahrer überschritten. Am zweiten Fahrstreifen ist die Tempomoral noch schlechter: Hier überschreitet mindestens jeder zweite Kraftfahrer die Geschwindigkeitsbeschränkung - teilweise sind sogar fast alle Kraftfahrer zu schnell unterwegs. Das ungünstigste Geschwindigkeitsverhalten wurde auf der dreistreifig geführten Baustelle der A 2 bei Mödling registriert.

Hälfte der Drängler hält weniger als eine Sekunde Abstand zum Vordermann
Rund zwei Drittel der Pkw-Lenker unterschreiten den Mindest-Sicherheitsabstand von zwei Sekunden zum vorausfahrenden Fahrzeug. Bei der Hälfte dieser Drängler wurden besonders kritische Abstände von unter einer Sekunde festgestellt. Das schlechteste Abstandsverhalten wurde im Baustellenbereich A 1 Haag Richtung Linz am zweiten Fahrstreifen gemessen. Lkw-Lenker hielten etwas größere Sicherheitsabstände ein. Abstände von bis zu 2 Sekunden wurden von rund einem Drittel bis etwas mehr als der Hälfte der Lkw-Lenker im Kolonnenverkehr unterschritten. Bei rund einem Viertel der Lkw-Lenker wurden besonders kritische Abstände von bis zu einer Sekunde festgestellt. Der gesetzlich vorgeschriebene Abstand von 50 Metern zwischen Lkw wurde von rund der Hälfte der Schwerverkehrslenker nicht eingehalten. Punkto Geschwindigkeitsverhalten zeigten sich keine wesentlichen Unterschiede zwischen Pkw- und Lkw-Lenkern.

Diese Daten sind Anlaß genug für die KfV-Experten, an die Vernunft der Kraftfahrer zu appellieren: "Setzen Sie nicht unnötig Ihr Leben und das anderer Verkehrsteilnehmer aufs Spiel - halten Sie Tempolimits und Sicherheitsabstände ein, um sicher ans Ziel zu kommen", mahnt Thann.

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