DER STANDARD-Bericht: "Kindergeld-"Vater" übt leichte Kritik - Wifo: Österreich im EU- Spitzenfeld" - Erscheinungstag 20.4.2001

Wien (OTS) - Das Kindergeld sei ein "wichtiger
Paradigmenwechsel", aber der Gesetzgeber habe sich nicht getraut, es auch wirklich kompromisslos einzuführen, sagt Helmut Schattovits, Leiter des Österreichischen Instituts für Familienforschung zum Standard. Er ist der "Vater" des Modells und hat dazu im Jänner die ersten Eckpunkte vorgelegt.

Die Zuverdienstgrenze von 200.000 Schilling lehnt Schattovits ab. Denn das Kindergeld sei ja keineswegs eine Sozialleistung, sondern "die Anerkennung für eine gesellschaftlich wichtige Leistung". Eine Einkommensfeststellung sei überdies bürokratisch aufwendig und verfassungsrechtlich bedenklich. Das Kindergeld sei ja außerdem nicht geschaffen worden, um - wie die Opposition mutmaßt - "das Daheimbleiben zu fördern".

Unnötig findet Schattovits weiters den Passus, wonach die Zeit des Kindergeldbezugs zwischen den Eltern gesplittet werden muss (mindestens sechs Monate ist vom zweiten Partner zu nehmen), um den vollständigen Anspruch von 36 Monaten zu erwerben. Seine Meinung dazu: "Der Staat soll nicht das Verhalten steuern."

Im europäischen Vergleich liegt Österreich mit der Einführung des Kindergeldes im Spitzenfeld bei den Familienleistungen, resümiert Alois Guger vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo). Die Führungsrolle wird mit Luxemburg, Belgien und Island geteilt. Aber auch, wenn man das Kindergeld abrechnet, rangiert Österreich bei den Familienzahlungen weit oben. Wifo-Berechnungen zufolge können heimische Familien mit Kindern mit einem rund 17 Prozent höherem Nettoeinkommen - sämtliche Transferleistungen und Steuerbegünstigungen berücksichtigt - rechnen als Familien ohne Kindern.

Hier liegt Island mit 28 Prozent vor Luxemburg, Belgien und Deutschland an der Spitze. Österreich hält den 5.Platz.

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