"Neue Zeit" Kommentar: "Sekundär" (von Litsa Kalaitzis)

Ausgabe vom 20. 4. 2001

Graz (OTS) - Die Opposition betrachtet die geplante Umset-zung des "Wahlzuckerls" Kindergeld mit Skepsis: Neu an dem Entwurf sei nur die sogenannte Urlaubsvertretung, moniert Ex-Frauenministerin Barbara Prammer von der SPÖ, ansonsten würden den Müttern nur eine Menge Hürden in den Weg gelegt. Für den Grünen Sozialsprecher Karl Öllinger ist das Kindergeld ein "teures Geldgeschenk mit geringer Wirkung", wobei die derzeitigen Annahmen immer noch zu niedrig gesetzt seien, wohl, um die kritischen Stimmen aus den eigenen Reihen ruhig zu stellen, wie er vermutet. Manche der kritischen internen Stimmen sind indes bereits verstummt. FPÖ-Generalin Thereseia Zieler etwa, die vor wenigen Wochen (und vor der Wiener Wahl) noch einen verlängerten Kündigungsschutz forderte, bezeichnete die Kritik der Opposition gestern als "höchstgradig ideologisch verbohrte Behauptungen". Was daran verbohrt ist, wenn man es bemängelt, dass der Kündigungsschutz kürzer ist als die Anspruchsberechtigung für das Kindergeld, womit jede Mutter, die sich nur ihrem Nachwuchs widmet, wie das die Regierung so gerne sähe, nach 24 Monaten völlig legal gefeuert werden kann, das ist schwer nachvollziehbar. Genau so schwer nachvollziehbar wie die gestrige Bemerkung Martin Bartensteins, dass es für ihn als Unternehmer völlig klar sei, "dass der Kündigungsschutz nur sekundäre Bedeutung hat" - aus der Sicht eines Fabrikanten unsozial, aus der Sicht des Arbeitsministers intolerabel, um nicht zu sagen höchstgradig ideologisch verbohrt.

Rückfragenhinweis: Neue Zeit
Tel.: 0316/2808-306

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PNZ/OTS