"Kleine Zeitung" Kommentar: "Trend und Wende" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 20.04.2001

Graz (OTS) - Wo ist eigentlich die Wende? So wurde zum ersten Jahrestag der schwarz-blauen Regierung kritisch gefragt.

Hier ist sie, könnte man antworten. Das Kindergeld ist zweifellos Teil einer ideologischen Wende, auch wenn das manchem, der danach gerufen hat, nun nicht gefallen wird.

Die Entkoppelung des Kindergelds von einem vorher bestandenen Arbeitsverhältnis ist, wie man modisch sagt, ein "Paradigmenwechsel".

Als ideal und daher einzig anzustrebend wird nicht mehr eine möglichst kurze Unterbrechung des Berufswegs für eine "Kinderphase" angesehen, auch eine grundsätzlich andere Lebensentscheidung oder auch nur eine längere Zeit mit einem Kleinkind wird anerkannt und finanziell gestützt.

Dass die Schnittstelle zwischen Kinderkarenz und Arbeitsleben gleichwohl schwierig zu bewältigen bleibt, zeigt der quälende Streit um den Kündigungsschutz.

In allen europäischen Gesellschaften sinken die Geburtenziffern dramatisch. Das sind offensichtlich längerfristige, tief angelegte Trends.

Die Regierung hofft, mit dem Kindergeld den Trend brechen zu können. Diese Wende wird sich aber nicht so schnell einstellen. ****

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Kleine Zeitung
Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035
email: redaktion@kleinezeitung.at
www.kleinezeitung.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKZ/OTS