Fahrrad: Gefahr durch technische Mängel, neue Verordnung ab Mai

Neue Fahrradverordnung tritt am 1. Mai in Kraft - 2000: Mehr Radunfälle und Verletzte als 1999 - Wichtig: regelmäßiges Radservice kann Unfälle verhindern!

Wien (OTS) 2000 war ein schlechtes Jahr für Radfahrer: Insgesamt registrierte die Polizei 5.968 Radunfälle mit Personenschaden (1999:
5.827, um 141 weniger) mit 5.912 Verletzten (1999: 5.756, um 156 weniger) und 62 Toten (1999: 68). Doch nicht immer wird bei Unfällen die Polizei verständigt: Experten schätzen die Zahl der Verletzten nach Radunfällen im Schnitt auf 32.000 pro Jahr, davon werden rund 23.000 "gefallene" Radler im Spital behandelt.

Wichtige Neuerungen für Radler ab 1. Mai
Die wichtigste Änderung gleich vorweg: Ab 1. Mai ist das Fahren ohne Beleuchtungsanlage am Tag erlaubt, was vor allem für Mountainbiker eine Erleichterung bedeutet. Wer künftig bei Tageslicht und guter Sicht mit dem Fahrrad unterwegs ist, muß keine Beleuchtungsanlage (Vorder- und Rücklicht) mit sich führen. "Bei Dunkelheit, Dämmerung und schlechter Sicht ist jedoch eine gute Beleuchtung zwingend vorgeschrieben und soll vor allem zum Selbstschutz auch verwendet werden", so Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). "Nicht vergessen: Je sichtbarer Sie für andere Verkehrsteilnehmer sind, desto sicherer sind Sie unterwegs!" Eine Glocke oder Hupe sowie der rote und die gelben Rückstrahler sind nach wie vor Pflicht - auch für Mountainbikes, neu darüber hinaus ein verpflichtender weißer Frontrückstrahler. Beim Transport von Kindern in Kindersitzen und bei der Verwendung von Anhängern sieht die neue Fahrradverordnung höhere Sicherheitsstandards vor, auch auf Produktsicherheit wird mehr Augenmerk gelegt. Fahrräder, die nicht den neuen Bestimmungen entsprechen, dürfen noch bis 30. April 2003 verwendet werden.

Anstieg der "Schwarzfahrer" befürchtet!
Bereits 1999 forschte das Insitut "Sicher Leben" nach und untersuchte, wieviele Radler bei Dunkelheit mit beziehungsweise ohne Licht unterwegs sind. Die Studie ergab: Jeder zweite Radfahrer in Wien ist ab Eintritt der Dämmerung unbeleuchtet oder nicht ausreichend beleuchtet unterwegs. Bei Mountainbike-Radlern ist die Zahl der "Schwarzfahrer" noch höher, hier fahren zwei von drei bei Dunkelheit ohne Licht. "Die Gefahr, daß in Zukunft mehr Radler ohne Licht unterwegs sein werden, vergrößert sich leider durch die neue Verordnung", so Dr. Kisser, Leiter des Insituts "Sicher Leben". "Wenn eine Beleuchtungsanlage am Tag nicht verpflichtend ist, wird man bei Einbruch der Dämmerung das Rad nicht sofort stehen lassen, sondern ohne Licht weiterfahren." Hier kann man nur an die Eigenverantwortung der Radler beziehungsweise an die Exekutive appellieren, der Einhaltung der Verordnung auch abends und nachts Beachtung zu schenken.

Verletzungsmuster, Statistik
47% der Österreicher fahren Rad, damit ist das Radeln der beliebteste Sport in unserem Land. Dementsprechend hoch ist auch die Zahl der Verletzten: 32.000 Verletzungen pro Jahr verzeichnet die Statistik, 52% der Verletzungen sind Knochenbrüche. Am häufigsten sind Männer betroffen: 66% aller verletzten Radfahrer sind männlich!

1000 Verletzte wegen schlecht gewarteter Bikes
Rund 1000 Radfahrer bezahlten 1999 mit einer Unfallverletzung für mangelhaft gewartete, beschädigte oder falsch konstruierte Drahtesel. Zu den meisten der technisch bedingten Fahrradunfälle kommt es durch Schwierigkeiten mit Ketten, Bremsen, Schaltungen oder Laufrädern, also Teilen, die ein Fachmann leicht "in Schuß" bringen kann. Das Institut "Sicher Leben" betrieb mit Unterstützung des Österreichischen Verkehrssicherheitsfonds Ursachenforschung, untersuchte Fahrräder und befragte deren Fahrer. Das Ergebnis: 55% der Fahrräder auf der Straße sind reif für das Service, da sie mindestens einen Defekt haben, der die Fahrsicherheit entscheidend gefährdet. Die am meisten beanstandeten Teile waren Laufräder (30%), Bremsen (22%) und die Lichtanlage (21%).

"Prüfpickerl" fürs Rad: Sicherheit vom Fachmann
"Schlecht gewartete Räder können nicht nur schwere Unfälle verursachen, sie sind auch unkomfortabel", erklärt Dr. Kisser. "Das weiß jeder, der schon einmal mit lockeren Bremsen, verstellter Gangschaltung oder schlechtem Rücktritt gefahren ist." Deshalb startet das Institut "Sicher Leben" in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Österreich und dem Verband der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster Österreichs (VSSÖ) eine umfassende Prüfpickerl-Aktion. Im Rahmen dieser Aktion warten Radfachleute Ihr Rad und bestätigen dessen Verkehrssicherheit mit einer Plakette, die auf den Rahmen geklebt wird. "Wer sein Rad nicht vom Fachmann überprüfen läßt, verzichtet nicht nur auf einen Großteil des technisch möglichen Komforts, sondern nutzt damit auch die Sicherheit nicht, für die er eigentlich bezahlt hat", stellt Dkfm. Ernst Aichinger, Vorsitzender des Bundesfachausschusses Sportartikelhandel der Wirtschaftskammer Österreich, fest. "Der Check durch den Fachhandel ist demnach kein Luxus, sondern eine Grundvoraussetzung für sicheres Radvergnügen."

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