ORF-Generalintendant Gerhard Weis gegen schlechtere Rahmenbedingungen für den ORF

Wien (OTS) - Weis bei Pressegespräch des Markenartikelverbandes: Schwächung des ORF bringt keinen Nutzen für inländische Mitbewerber =

Beim Pressegespräch des Österreichischen
Markenartikelverbandes zum Thema "5 Jahre 'Achten Sie auf die Marke!'" am Donnerstag, dem 19. April 2001, in Wien sprach sich ORF-Generalintendant Gerhard Weis gegen eine Schwächung des ORF aus, die keinen Nutzen für inländische Mitbewerber bringen werde. Nutznießer einer Schwächung des ORF wären vor allem die Werbefenster deutscher Mitbewerber. Weis unterstrich die Bedeutung der Markenartikelindustrie für die Fernsehwerbung und insbesondere für den ORF, der die diesjährige Kampagne des Markenartikelverbandes mit 100 kostenlosen Schaltungen in seinen Programmen unterstützt hat. Mit diesen 100 Schaltungen wurden im Februar 2001 knapp 80 Prozent der Österreicher, das sind mehr als fünf Millionen Personen, erreicht. Weitere Teilnehmer am Pressegespräch waren Generaldirektor Dr. Friedrich Stara, Präsident des Markenartikelverbandes, Henkel Austria, Dr. Max Dasch, Präsident des Verbandes Österreichischer Zeitungen, Dr. Thomas Oliva, Geschäftsführer des Markenartikelverbandes, und Mariusz Jan Demner, Demner, Merlicek & Bergmann.

Werbung für Markenartikel im ORF erreicht ein großes Publikum

Der ORF, so Weis, sei bemüht, Marktkommunikation zu fördern und Markenpflege zu unterstützen, und wolle selbstverständlich ebenfalls ein Markenartikel sein: Ein KaSat-Marktanteil von rund 50 Prozent im Fernsehen und ein Radiomarktanteil von 80 Prozent seien die beste Garantie dafür, dass Werbung für Markenartikel im ORF tatsächlich ein großes Publikum erreiche.

Schwächung des ORF bringt keinen Nutzen für inländische Mitbewerber

Weis gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass dies auch in Zukunft so bleiben werde. Die Rahmenbedingungen, die der nun vorliegende Begutachtungsentwurf zum neuen ORF-Gesetz vorsehe, könnten jedenfalls eine substanzielle Wendung zum Schlechteren bedeuten. "Einschränkungen bei den Geschäftsfeldern, neue Programmierungsvorschriften für die Prime Time, Verbot der Werbemittlung, drastische Einschränkung der Medienwerbung und der Sonderwerbeformen, Beschränkungen bei Patronanzen und auch bei Unterbrecherwerbung wären jedenfalls geeignet, die Bedeutung des ORF als Werbeträger für die österreichische Wirtschaft entscheidend zu schwächen." Ganz besonders irritierend daran sei, dass von all diesen Maßnahmen inländische Mitbewerber keinen Nutzen haben werden:
"Weder die Printmedien, die traditionell um ihre Inserateneinnahmen fürchten", so der ORF-Generalintendant, "noch privat-kommerzielle Radio- und Fernsehanbieter haben einen Nutzen davon, wenn die Werbemöglichkeiten des ORF beschnitten werden. Denn bewirtschaften lassen sich ja nur Werbezeiten und Werbemöglichkeiten, nicht aber Werbegelder und das Publikum. Werbegelder gehen mit Sicherheit dorthin, wo sie die beste Kosten-Nutzen-Relation sehen, und das sind im Bedarfsfall die Werbefenster der deutschen Mitbewerber, die auch zweifellos mehr Publikum an sich binden können als ein privat-kommerzieller österreichischer Anbieter." Dies sei auch nicht weiter verwunderlich, wenn man an die Milliarden schweren Programmaufwendungen denke, die sich die deutschen Mitbewerber leisten könnten.

Sonderwerbeformen vor allem von mittelständischen Unternehmen gefragt

Insbesondere, so Weis, würden in Österreich die Sonderwerbeformen kritisiert. Diese Sonderwerbeformen seien freilich keine Erfindung des ORF: "Sie haben sich in den vergangenen Jahren in allen Medien zusätzlich zu den klassischen Werbeformen etabliert und sind insbesondere von mittelständischen Unternehmen gefragt, die über keine großen Werbeetats verfügen."

Wer Werbung einschränkt, handelt gegen Interessen der Wirtschaft und des Publikums

Der in Begutachtung gegangene Text zum neuen Rundfunkgesetz, so Weis, sei ein Entwurf und noch keine endgültige Fassung. Der ORF habe in einer ersten Stellungnahme bereits darauf hingewiesen, dass der Begutachtungsentwurf nicht die versprochene Stärkung, sondern im Gegenteil die substanzielle Schwächung des ORF im Wettbewerb mit seinen Hauptkonkurrenten bringen würde. Seitens des ORF werde man noch in detaillierter Form Stellung nehmen und sich gegen die geplanten Einschränkungen zur Wehr setzen. Weis dankte in diesem Zusammenhang der werbetreibenden Wirtschaft für ihr Engagement: Das Austrian Chapter der International Advertising Association und weitere führende Vertreter der Werbewirtschaft hätten sich wiederholt gegen eine Einschränkung der Werbemöglichkeiten im ORF ausgesprochen. Weis: "Wer Werbung, wo auch immer, einschränkt, handelt gegen die Interessen der Wirtschaft und gegen die Interessen des Publikums."

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 87878-12228

ORF-Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GOK/GOK