Berglandmilch vereinfacht Milchpreisgestaltung

Erzeugermilchpreis kann mit bayerischem Niveau mithalten

Wien, 19. April 2001 (AIZ). - Das größte österreichische Milchverarbeitungsunternehmen, die Berglandmilch, hat seit 1. April, also mit Beginn des neuen Milchwirtschaftsjahres 2001/02, das System der Milchpreisgestaltung vereinfacht. Das neue System sieht höhere Grundpreise und weniger Zu- beziehungsweise Abschläge vor. So wurden die beiden Zuschläge für die S-Klasse zusammengefasst, der Werbebeitrag und der Saisonzuschlag werden ebenso in den Grundpreis integriert wie ein Teil des Verwertungszuschlages für fettfreie Trockenmasse. Außerdem entfällt der 1998 eingeführte Haltestellenzuschlag. ODas neue System führt insgesamt zu einem höheren ErzeugermilchpreisÜ, erklärt Berglandmilch-Obmann Alois Hauer gegenüber dem AIZ. Er verweist darauf, dass Berglandmilch seit September 2000 den Bauernmilchpreis in mehreren Raten um rund 60 Groschen je kg (inklusive Umsatzsteuer) angehoben habe und sowohl im österreichischen Vergleich als auch gegenüber dem bayerischen Niveau durchaus selbstbewusst auftreten könne. ****

Laut Hauer erhalten die rund 18.000 bäuerlichen Berglandmilch-Lieferanten für ihre Milch im Schnitt etwa ATS 5,- je kg. Damit liege man in Oberösterreich an der Spitze, ebenso in Kärnten und im Burgenland. Auch in der Steiermark zähle man zu den Molkereien mit dem höchsten Erzeugermilchpreis. In Niederösterreich erhalten die Berglandmilch-Lieferanten ebenfalls im Durchschnitt deutlich mehr als die NÖM-Milchbauern. In Salzburg sei das Erzeugermilchpreisniveau auf Grund des hohen Biobauernanteiles und der guten Landesförderung relativ hoch, unter diesen Gesichtspunkten halte man sich im Vergleich mit diesem Bundesland sehr gut, unterstreicht Hauer.

Auf die aktuelle Diskussion über die UAbwanderungI österreichischer Milchbauern zu bayerischen Molkereien angesprochen, stellt der Berglandmilch-Obmann fest, dass Berglandmilch mit dem bayerischen Durchschnittspreis mithalten könne. Faktum sei allerdings auch, dass einige bayerische Spitzenbetriebe auf der Suche nach Rohstoff seien und daher bereit wären, höhere Preise zu zahlen.

Auszahlungspreise kontinuierlich gesteigert

Die Berglandmilch habe ihre Auszahlungspreise an die Bauern in den letzten Monaten kontinuierlich steigern können, hält Hauer fest. Grund dafür sei erstens das Anziehen der Milchpreise in Europa. Dadurch habe man auch Preiserhöhungen gegenüber dem Handel durchsetzen können. Auch die in den letzten Jahren getätigten Investitionen würden nun positiv zu Buche schlagen. Die nunmehr härtere Wettbewerbssituation auf dem Rohmilchmarkt habe wohl auch dazu beigetragen, dass österreichische Molkereien versuchten, ihre eigenen Milch-Volumina mit höheren Erzeugermilchpreisen abzusichern.

Exporttätigkeit soll weiter forciert werden

Günstig auf die Position des Unternehmens habe sich auch die positive Entwicklung des Exportgeschäftes ausgewirkt, so Hauer. Im vergangenen Jahr habe man bereits rund 30 % des Umsatzes (das sind fast ATS 2,5 Mrd. von insgesamt rund ATS 8 Mrd.) im Ausland erwirtschaftet. Dieser Anteil solle weiter ausgebaut werden. Dazu werde insbesondere auch das neue Becherwerk in Aschbach, NÖ, beitragen. Vor allem Deutschland und Italien sind die wichtigsten Handelspartner der Berglandmilch.

Konsumentenpreise sollen moderat angehoben werden

Nachdem zu Jahresbeginn in Deutschland die Konsumentenpreise für Milchprodukte erneut angehoben wurden, sei die Ausgangslage der heimischen Milchverarbeiter für Verhandlungen mit dem österreichischen Handel günstiger, so Hauer. Derzeit sei man dabei, nochmals moderate Preiserhöhungen für ausgewählte Produkte der weißen, bunten und gelben Palette zu verhandeln, als Beispiel könne H-Milch gelten. Es gehe dabei um Preisanhebungen im Umfang von mindestens 5 % (je nach Produkt). Bis Ende Mai sollten die Gespräche darüber abgeschlossen sein, so die Vorstellungen der Berglandmilch.

Das führende heimische Molkereiunternehmen verarbeitet jährlich rund 1 Mrd. kg Milch an acht Standorten (inklusive Rottaler Milchwerke in Bayern). Pro Jahr werden unter den beiden Dachmarken Schärdinger und Desserta über 450 Artikel in den Bereichen Frischprodukte, H-Milch, Käse, Butter, Joghurt und Topfen erzeugt.
(Schluss) kam

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