Gewerbeverein: Schafft endlich das Briefmonopol der Post ab!

Wien (OTS) - Die schleppende Liberalisierung der Postmärkte in der Europäischen Union, insbesondere in Österreich, ist der Grund, dass das Briefmonopol der "gelben" Deutschen Post bis 2007 verlängert wird. Nach dem aktuellen deutschen Postgesetz wäre das alleinige Beförderungsrecht für Briefe bis 200 Gramm und Massendrucksachen Ende 2002 ausgelaufen. Die Post - allerdings die deutsche - kann noch fünf Jahre länger ihre hohen Gewinne aus dem Briefgeschäft kassieren.

In dieser Situation eines hervorragend bilanzierenden Postmonopolisten, wird nun für bestimmte Nischen in Deutschland der Briefpostmarkt geöffnet. Zeitungsausträger sollen in Deutschland in Kürze auch Post zustellen. Die deutschen Verleger streben eine landesweite Allianz an. Die deutschen Zeitungsverlage peilen mit ihren bundesweiten Ambitionen ein Geschäftsfeld an, das in den kommenden Jahren lukrative Gewinne verspricht. In fünf Jahren würde der Anteil der Zeitungsverlage Deutschlands im Briefgeschäft auf 30 Prozent steigen - dort wo heute noch ein Quasimonopolist hohe Gewinne lukriert. In dieser Situation fordert der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) - nachdem man lange genug geduldig dem dilettierenden Postmanagement zugesehen hat, seine Probleme zu lösen und der Steuerzahler für eine schlechte und teure Leistung viel Geld zahlte, dass der österreichische Postmarkt für die Zeitungszusteller geöffnet werden soll. Ein Postmonopol macht in einer deregulierten Wirtschaft überhaupt keinen Sinn mehr. Gerade die WAZ-Verlagsgruppe, die in Österreich sehr stark ist, schafft eine gute Ausgangsposition für den Wegfall des Briefmonopols. Ihren Zeitungszustellern, die unter der Geringfügigkeitsgrenze nach ASVG arbeiten, könnten besser bezahlte Jobs angeboten werden - das würde ja nicht einmal die heimische Gewerkschaft stören. Welch paradiesische Zustände müsste ein privater Briefzustelldienst vorfinden, in einem Land wie Österreich, in dem die Post so desolat organisiert ist, dass sie auf Jahre keine schwarzen Zahlen schreiben wird, wenn sich in Deutschland die Zeitungszusteller zusammenschließen, um einer hochprofitablen Post Paroli zu bieten. Der österreichischen Post schließlich würde die rasche Konkurrenz vielleicht doch noch die Einsicht bringen, wie man einen Zustelldienst so organisiert, dass er Gewinne abwirft. Immerhin hat das schon vor einigen Jahrhunderten Thurn und Taxis gewusst.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Herwig Kainz,
Tel.: 01/587 36 33-30,
Email: oest.gewerbeverein@apanet.at

Österreichischer Gewerbeverein,

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OGV/OTS