Gewerbeverein: Warum ist unser Bildungssystem so ineffizient?

Wien (OTS) - Einem Vergleich in einem seriösen deutschen Nachrichtenmagazin entnimmt man merkwürdige Benchmarks zu Österreichs Bildungssystem. Verglichen wurden hochindustrialisierte Länder, wie die Schweiz, Japan, Deutschland, Großbritannien, USA, Spanien, die Niederlande, Frankreich, Italien, Schweden und auch Österreich. Folgenden Aufklärungsbedarf sieht der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) nach Studium des Vergleichs:

* Österreich gibt sechs Prozent seines BIP für Bildungseinrichtungen aus. Nur Schweden liegt mit 6,8 Prozent darüber. Deutschland etwa gibt mit 4,5 Prozent relativ nur drei Viertel von den Österreichern dafür aus.

* Deutsche vergleichbare Lehrer sind 36 Prozent teurer als ihre österreichischen Kollegen - man glaubt es kaum. Nachdem Personal die teuerste Kostenart bei Bildung ist, stellt sich die Frage, warum das deutsche Bildungssystem um sovieles billiger sein kann, wenn seine Lehrer so hoch überzahlt sind?

* Die jährlichen Ausgaben je Grundschüler sind in Österreich höher, als die jährlichen Ausgaben der Deutschen für ihre Schüler in weiterführenden Schulen. Auch dieses Mirakel ist - im Kontext zu den o.a. Vergleichen - merkwürdig.

* Im Übrigen ist jeder Grundschüler dem heimischen Steuerzahler der teuerste Naseweis, den es in den Vergleichsländern gibt. Selbst die Schweiz bildet ihre Grundschüler billiger aus, obwohl dort vergleichbare Lehrergehälter fast doppelt so hoch sind, wie österreichische.

* Schwedens Lehrer geben es beim Einkommen am billigsten. Die armen Pauker verdienen dort um 16 Prozent weniger als vergleichbare österreichische Kollegen. Und so schlecht ist ja das schwedische Schulsystem auch nicht!

Der ÖGV ortet in Österreich schwere strukturelle Mängel - nicht nur, aber speziell im Bildungsbereich. Offensichtlich leistet man sich hierzulande einen derart teuren Überbau - anders sind die verzerrten Verhältnisse nämlich sonst nicht nachvollziehbar. Es muss demnach auch Systeme geben, die ohne eine Unzahl teurer Polit-Inspektoren imstande sind, brauchbare Bildung zu vermitteln - so der ÖGV. Die Vizekanzlerin möge nun endlich umsetzbare Vorschläge liefern, wie sie die überfällige Verwaltungsreform voranzubringen gedenkt.

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