"Kleine Zeitung" Kommentar: "Heckenschütze" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 18.04.2001

Graz (OTS) - Ein neuer Andreas Hofer ist Wendelin Weingartner
nicht. Der Tiroler Landeshauptmann, der nach zwei matten Wahlergebnissen die Parteiführung abgab und nur noch die Amtsperiode im Innsbrucker Landhaus ausdienen will, betätigt sich lieber als Heckenschütze.

Über Ostern hat er einen Volltreffer erzielt. Weingartner nützte die an Nachrichten arme Zeit, um gegen die von ihm von Anfang an ungeliebte schwarz-blaue Koalition im Allgemeinen und gegen den Finanzminister im Besonderen herzuziehen.

Dabei stimmte der Tiroler nicht nur in die Empörung seiner Kollegen ein, weil Karl-Heinz Grasser die Länder mit der Drohung von Strafzahlungen auf den Budgetkurs zwingen wollte. Er ging noch einen Schritt weiter und stellte überhaupt das Nulldefizit, das die Koalition mit aller Kraft für 2002 anstrebt, in Frage: "Man kann es sicher auch später erreichen".

Die Opposition muss Weingartner dankbar sein. Er übernahm 1:1 die rot-grüne Kritik, wonach das Nulldefizit zwar anzupeilen sei, doch nicht sofort und vor allem nicht so, wie es die Regierung versucht.

Über die Zwischenrufe aus Kärnten herrscht ständig Erregung. Die Ratschläge aus Tirol sind nicht weniger destruktiv. ****

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