Pirklhuber: Gentech-freies Saatgut in bäuerlicher Hand gefährdet

Sortenschutzgesetz 2001 zwingt Bauern in Abhängigkeitsverhältnis von den Saatgut-Multis

Wien (OTS)"Der vorliegende Regierungsentwurf zur Novellierung des Sortenschutzgesetzes ist ein Kniefall vor den großen Saatgut-Mulits, und macht die Bauern zu Bittstellern, um das eigene Saatgut wieder aussäen zu dürfen. Dies ist ein unglaublicher Anschlag auf das bäuerliche Kulturerbe, sind doch die Bäuerinnen und Bauern seit Jahrtausenden die eigentlichen Vermehrer und pfleglichen Nutzer von Saatgut", kritisiert der Landwirtschaftsspecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber, anläßlich des heutigen Endes der Begutachtungsfrist.

Dieser Entwurf zwingt die Bauern dazu, das Einverständnis des jeweiligen Saatgutkonzerns für die weitere Verwendung von Saatgut als Nachbau am eigenen Betrieb einzuholen. "Sollte dieses Gesetz Wirklichkeit werden, dann sind die bäuerlichen Betriebe auf Gedeih und Verderb dem Wohlwollen der Saatgut-Multis und ausgeliefert", kritisiert Pirklhuber. Die Nachbau-Vereinbarungen werden de facto Lizenzabgaben für die Verwendung von Saatgut sein. Damit setzt sich jener Trend, der in Richtung Patentierung und Monetarisierung von Naturgrundlagen und bäuerlichen Betriebsmitteln (wichtige Nutzpflanzen-Sorten, natürliche Gen-Pools) abzielt, fort, so Pirklhuber. Der Landwirtschaftssprecher der Grünen kündigt daher massiven Widerstand gegen den vorliegenden Gesetzesentwurf, dessen Begutachtungsfrist mit 17. April endet an.

"Zudem wird damit der Saatgut-Lobby ein Druckmittel in die Hand gegeben, um gentechnisch-veränderte Sorten am Markt durchzudrücken. Je nach Höhe der Lizenzabgaben für gentech-freien Saatgut-Nachbau läßt sich dessen Rentabilität steuern", kritisiert Pirklhuber. Der Abgeordnete fordert daher von Molterer eine völlige Überarbeitung des Entwurfs und die Sicherstellung von gentechnikfreiem Saatgut und gentechfreier Futtermittel für die österreichische Landwirtschaft.

Bereits im Juni 2000 wurde im Rahmen des Agrarrechtsänderungsgesetzes das Saatgutgesetz novelliert. Dabei wurde das "Landwirteprivileg" aus dem Gesetz gestrichen. Dieses regelte bisher die lizenzfreie Vermehrung von Saatgut auf einem bäuerlichen Betrieb bzw. die Weitergabe von "Nachbau-Saatgut" an weitere bäuerliche Betriebe. Anträge der Grünen auf eine zeitgemäße Interpretation des Landwirteprivileges, insbesondere auf die Notwendigkeit des freien Austausches von Saatgut innerhalb von regionalen Betriebsgemeinschaften, wurden abgelehnt, erinnert Pirklhuber.

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