KfV: VERKEHRSSICHERHEIT DARF NICHT NUR VOM WETTER ABHÄNGEN

Nur die Kombination aus Bewußtseinsbildung, gesetzlichen Neuregelungen mit strikter Kontrolle gepaart mit verkehrsorganisatorischen und straßenbaulichen Maßnahmen kann Verkehrssicherheit nachhaltig erhöhen

Wien (KfV-Presse): 39,8 Prozent weniger Unfälle, 38,3 Prozent weniger Verletzte, 11 Getötete - um sechs weniger als im Vorjahr: Das ist die Unfallbilanz für das vergangenen Osterwochenende auf Österreich Straßen. Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV): "Ein an sich erfreuliches Ergebnis, denn jedes gerettete Menschenleben zählt." Der Hauptgrund dafür, daß der Osterreiseverkehr heuer weniger Blutzoll als im Vorjahr gefordert hat, war das durchgängig schlechte Wetter während der Feiertage. Frostige Temperaturen, Regen und teilweise Schneefall hielten den Ausflugsverkehr in Grenzen. "Aber die Verkehrssicherheitspolitik darf sich nicht allein auf das Wetter verlassen, um Menschenleben zu retten", mahnt Thann.

Maßnahmen müssen direkt bei den Menschen ansetzen

"Was wir jetzt brauchen, um die Eckdaten der Unfallbilanz nachhaltig zu senken, ist ein integratives Maßnahmenpaket, das bei Hauptunfallursachen ansetzt", erklärt Thann. Nur die Mischung aus gesetzlichen Neuregelungen mit strikter Kontrolle, Bewußtseinsbildung sowie verkehrsorganisatorische und straßenbauliche Maßnahmen kann Unfälle nachhaltig reduzieren. Um das potentielle Unfallrisiko zu senken, sollten außerdem bereits im straßenbaulichen Planungsprozeß Verkehrssicherheits-Audits abgehalten werden, um Gefahrenstellen auszumerzen.

Österreich: Ein Land der Raser

Killer Nummer 1 auf Österreichs Straßen ist die Geschwindigkeit. Rund 40 Prozent aller tödlichen Unfälle sind auf nicht angepaßtes Tempo zurückzuführen. Rund 55 Prozent der Pkw-Lenker halten sich nicht an Tempo 50 im Ortsgebiet, 21 Prozent überschreiten Tempo 100 im Freiland (Bundes- und Landstraßen), auf Schnellstraßen halten sich rund 52 Prozent nicht an Tempo 100 und auf Autobahnen überschreiten rund 25 Prozent Tempo 130. Laut internationalen Studien könnte schon eine Senkung der durchschnittlich gefahrenen Geschwindigkeit um lediglich 1 km/h einen Rückgang der Unfälle um zwei bis drei Prozent bewirken. Der Rückgang der Unfälle mit Getöteten würde sich sogar auf fünf Prozent belaufen.

Ausbildung kann Leben retten

Der Tod auf der Straße ist mit 45 Prozent die häufigste Todesursache bei Jugendlichen - alarmierende Zahlen für die Verkehrssicherheit. Die größte Chance zur Unfallprävention bei jungen Fahrern haben gesetzliche Maßnahmen, die direkt bei der Ausbildung ansetzen. In Finnland beispielsweise wurde mit einer Mehrphasenausbildung eine Reduktion der Unfälle von jungen Fahrer um bis zu 50 Prozent erzielt.

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