Warmer März mit überdurchschnittlichen Niederschlägen

Aktueller Bericht des Landeswasserbauamtes

Bregenz (VLK) - Der Hydrographische Dienst im
Landeswasserbauamt berichtet, dass der März 2001 überdurchschnittliche Temperaturen und Niederschläge aufwies.
Die Tagesmittel der Lufttemperaturen lagen bis 4,5 Grad über
dem langjährigen Durchschnittswert. Die Zahl der Tage mit Niederschläge war außergewöhnlich hoch. Die Niederschläge
lagen bei 140 bis 270 Prozent gegenüber der Normalmenge. Die Hydrologische Charakteristik samt Graphiken kann auch im
InVoNet nachgelesen werden:
http://www.vorarlberg.at/Landesregierung/lwba/lwba.htm" ****

Im Monat März gab es fast flächendeckend über das ganze
Land 25 Tage mit Niederschlägen. Bei der Messstelle im Gütle
in Dornbirn wurden sogar 28 Tage mit Niederschlägen
festgestellt. Im langjährigen Mittel werden in Vorarlberg im
März 14 bis 17 Tage mit Niederschläge beobachtet. Die
maximale Regenpause betrug zwei Tage. Die höchste Tagesniederschlagssumme wurde am 21. in Damüls mit 42,6
Millimeter gemessen. Die Monatsniederschlagssumme betrug in
Damüls 329,6 Millimeter.

Aufgrund der hohen Niederschläge im März lagen auch die Abflüsse deutlich über den Mittelwerten. Die überdurchschnittlichen Lufttemperaturen und die hohen Niederschläge der beiden letzten Monate bedingten auch überdurchschnittliche Grundwasserstände.

Niederschlag und Lufttemperatur

Im März sind folgende Niederschlagssummen aufgeteilt auf
die verschiedenen Talschaften aufgetreten:

Im Rheintal 140 bis 260 Millimeter (180 bis 260 Prozent
des langjährigen Mittelwert), Bregenzerwald 275 bis 330
Millimeter (190 bis 270 Prozent), Walgau 135 bis 160
Millimeter (180 bis 210 Prozent), im Großen Walsertal und Laternsertal 200 bis 250 Millimeter (155 bis 195 Prozent), im Montafon 120 bis 190 Millimeter (145 bis 200 Prozent) sowie
am Arlberg und Klostertal 190 bis 215 Millimeter (140 bis 160 Prozent).

Vom 1. bis 31 März regnete bzw. schneite es im März
zumeist täglich. Am 4., 21., 29. und 30. wurden an einigen Messstationen Tagessummen von über 30 Millimeter beobachtet.
In Zürs gab es im März in Summe insgesamt 136 Zentimeter
Neuschnee (Täglich aufsummierte Neuschneewerte). Die
Schneehöhe erreichte Ende März 108 Zentimeter und lag somit
60 Zentimeter unter dem langjährigen Mittelwert, 107
Zentimeter unter dem Wert des Vorjahres, 181 Zentimeter unter
dem bisher beobachteten Maximalwert und 72 Zentimeter über
dem bisher beobachteten Minimalwert.

Die Summe der Niederschläge im Jahr 2001 bis Ende März
liegt zwischen 140 und 230 Prozent im Vergleich zu den
langjährigen Mittelwerten.

Der Temperaturverlauf entsprach in den ersten drei
Märztagen der Jahreszeit. Ab dem 4. waren die Tagesmittel der Lufttemperaturen meistens über dem langjährigen Monatsmittel.
Der kälteste Tag im März war der Erste mit einem Tagesmittel
in Bregenz von 2,4 Grad Celsius, -4,0 Grad Celsius in Damüls
und -6,4 Grad Celsius in Zürs. Der wärmste Tag war in Bregenz
der 23. mit einem Tagesmittel von 14,2 Grad Celsius, in
Damüls und Zürs wurde am 24. das höchste Tagesmittel mit 7,2
Grad Celsius bzw 9,2 Grad Celsius gemessen.

Die Monatsmitteltemperaturen im März lagen deutlich (2,7
bis 4,5 Grad) über dem langjährigen Durchschnitt.

Abflussgeschehen

Die Abflüsse der Oberflächengewässer waren im März infolge der Niederschläge verbunden mit den überdurchschnittlichen Temperaturen über dem Durchschnitt. An der Bregenzerach lag
der mittlere Monatsabfluss bei 95,1 Kubikmeter pro Sekunde (langjähriges Mittel 47,3 Kubikmeter pro Sekunde). Am Rhein
lag der mittlere Abfluss mit 198 Kubikmeter pro Sekunde (langjähriges Mittel 140 Kubikmeter pro Sekunde) ebenfalls
über dem Durchschnittswert. Das Niederwasser lag bei 73,5 Kubikmeter pro Sekunde, das Hochwasser bei 344 Kubikmeter pro Sekunde. Bei der Dornbirnerach war der mittlere Abfluss im
März mit 14,8 Kubikmeter pro Sekunde deutlich über dem langjährigen Mittel von 6,30 Kubikmeter pro Sekunde.

Die Wassertemperatur an der Bregenzerach lag im
Berichtsmonat mit 4,8 Grad um 1,4 Grad über dem Mittelwert
(3,4 Grad). Am Rhein lag die Wassertemperatur mit 6,1 Grad um
1,1 Grad über dem langjährigen Mittelwert (5,0 Grad).

Der Wasserstand des Bodensees war am Monatsanfang bei 294 Zentimeter (um 9 Zentimeter über dem langjährigen Mittelstand
zu dieser Jahreszeit) und stieg danach kontinuierlich bis zum
27. März auf den Pegelstand von 374 Zentimeter an.
Anschließend fiel er bis zum Monatsende leicht auf 372
Zentimeter. Damit lag der Wasserstand am Ende des Monats um
71 Zentimeter über dem mittleren Bodenseewasserstand zu
dieser Jahreszeit und nur einen Zentimeter unter dem höchsten
seit dem Jahr 1864 in Bregenz an einem 31. März gemessenen Wasserstand. Die Ursachen für den außergewöhnlich hohen Wasserstand für die Periode zum Monatsende waren neben den
hohen Niederschlägen die hohen Lufttemperaturen, die zu einem
hohen Abfluss der Niederschlagsmengen führten.

Das Monatsmittel über den Monat berechnet, lag bei 337 Zentimeter, und somit 45 Zentimeter über dem mittleren Bodenseewasserstand im März.

Die durchschnittliche Wassertemperatur am Bodensee, welche jeweils 50 Zentimeter unter der Wasseroberfläche gemessen
wird, lag im März mit 6,3 Grad um 1,3 Grad über dem
langjährigen Monatsmittelwert von 5,0 Grad.

Unterirdisches Wasser

Die Grundwasserstände lagen den ganzen Monat über im
Bereich zwischen Grundwassermittel- und
Grundwasserhochständen. Die für den März warmen Temperaturen
und die überdurchschnittlichen Niederschläge führten zu einem Ansteigen der Grundwasserstände. Die Anstiege hatten
teilweise in Grundwasseraquiferen mit großem
Schwankungsbereich der Flurabständen ein Ausmaß von bis zu
fünf Metern. In durch Oberflächengewässer unmittelbar beeinflussten Grundwasserständen wurden teilweise Grundwasserstände im Bereich der bisher beobachteten
Höchststände im März gemessen.

Beilagen: (9 Seiten)

-Messstellenübersicht der ausgewählten Stationen für den Monatsbericht
-Lufttemperatur-Monatswerte
-Niederschlagssummenlinien
-Niederschlags-Monatssummen
-Vergleich der Niederschlagssummen und
Lufttemperaturmonatsmittel
-Tagessummen Niederschlag und Lufttemperaturtagesmittel
einiger Stationen
-Schneeverlauf von Zürs - Winter 2000/2001 im Vergleich zu
Mittel- und Extremwerten und Wasserstandsbewegung des
Bodensees von 2001 im Vergleich zu Mittel- und
Extremwerten
-4 ausgewählte Grundwasser-Messstationen im Vergleich zu
Extrem- und Mittelwerten
-Niederschlags- und Lufttemperaturdaten der ausgewählten
Stationen mit Wasserstandsganglinie Rhein vom März 2001.

Quellen: Daten des Hydrographischen Dienstes von
Vorarlberg, Zentralanstalt für Meteorologie
und Geodynamik (ZAMG), Vorarlberger Illwerke AG. Alle Daten
sind vorläufig. Die geprüften Werte werden im
Hydrographischen Jahrbuch von Österreich veröffentlicht. (so/ug,nvl)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Redaktion/Chef vom Dienst
Tel.: 05574/511-20136
Fax: 05574/511-20190
Hotline: 0664 625 56 68 oder 625 56 67
email: presse@vorarlberg.at
http://www.vorarlberg.at

Landespressestelle Vorarlberg

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVL/NVL