Für eine gentechnikfreie Landwirtschaft

Wien (OTS) - Weltweit finden heute, am 17. April, Aktionen aus Anlass des internationalen Tages des bäuerlichen Widerstandes von La Via Campesina, einer weltweiten BäuerInnenbewegung, statt. Dieser wurde 1996 anläßlich eines Massakers bei einer Landbesetzung in Brasilien zum Gedenken an die neunzehn, von Pistoleros der Großgrundbesitzer brutal getöteten, landlosen Campesinos ins Leben gerufen.

Dieses Jahr setzen sich Bäuerinnen und Bauern heute global vor allem gegen den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft zur Wehr, der sie zu Abhängigen von einer Hand voll von Konzernen zu machen droht und den wir als Anschlag auf die Ernährungssicherheit der Menschheit sehen. In Asien marschieren heute tausende von BäuerInnen gegen Monsanto, etc. und quer durch Europa protestieren Bauerngewerkschaften gegen den Import von Gensoja und die fehlende Kennzeichnung von Gen-Futtermitteln.

In Österreich kritisieren die Österreichische Bergbauernvereinigung (ÖBV) und FIAN Österreich, die beide Mitglieder von Via Campesina sind, die Untätigkeit der österreichischen BauernvertreterInnen in Sachen Gentechnik und einer grundsätzlichen Änderung der Agrarpolitik. Diese unterstützen vielmehr die Konzerne, indem sie den Gentechnkeinsatz für die "Wettbewerbsfähigkeit" nicht ausschließen wollen. Gleichzeitig wirbt man jedoch mit idyllischen Bildern für die österreichische Landwirtschaft.

Die ÖBV und FIAN setzen auf eine weltweite Solidarität unter Bäuerinnen und Bauern und KonsumentInnen. Wir wollen ein starkes Bündnis für eine umweltfreundliche, gentechnikfreie und sozialverträgliche Landwirtschaft von Bauernorganisationen gemeinsam mit Umwelt-, Dritte Welt-, VerbraucherInnen- und kirchlichen Gruppen, die alle an einem Strang ziehen, betont Maria Vogt, Obfrau der ÖBV. Denn nur, wenn viele verschiedene Gruppen an vielen kleinen Schräubchen drehen, werden wir die so notwendig gewordene Wende in der Agrarpolitik herbeiführen können, so Vogt.

Wir fordern, dass in Europa mit dem Aufbau einer eigenen Eiweißfuttermittelversorgung begonnen wird. Statt Flächenstilllegungen und Silomais sollen Kleegras, Lupinen, etc. gefördert werden. Der extensiven Nutzung des Grünlandes muss mehr Gewicht gegeben werden, denn Überschüsse haben wir genug. Unsere Tiere stehen nicht vor leeren Trögen, wenn wir in Zukunft vom Futtermittelimport abgehen! Solange die "Eiweißlücke" noch nicht geschlossen ist, verlangen wir Gentechnikfreiheit bei importiertem Soja, Mais, etc. und wir fordern ab sofort eine lückenlose Kennzeichnung von Gentech-Futtermitteln - auch im nationalen Alleingang! Dafür sollten sich im Interesse der BäuerInnen und KonsumentInnen alle BauernvertreterInnen einsetzen, schließt Maria Vogt.

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