Explodiert in 80 Tagen die Einwegbombe ?

Wegwerfverpackungen NEIN DANKE!

Gänserndorf (OTS) - Seit Jahren wachsen trotz Verpackungssammlung die Abfallberge durch Wegwerfverpackungen.

Weil die Wirtschaft die Ziele der Getränkezielverordnung nicht erfüllen konnte, wurde vom Umweltministerium einfach die Verordnung abgeschafft. Dieses Ministerium getraute sich nicht, 2001 die in der alten Verordnung festgeschriebenen Verkehrsverbote zu erlassen, wie sie jetzt in Deutschland umgesetzt werden (Pfandsystem für ökologisch nachteilige Verpackungen).

Gegen diese Verminderung des Umweltstandards protestiert der G. V. U. Bezirk Gänserndorf nachdrücklich mit einer Aktion vor einem Billa-Markt und durch die Übergabe einer "Einwegbombe" an den Umweltminister und an den Präsidenten der Bundeswirtschaftskammer. Beide machen sich eines Vergehens gegen das Prinzip der Abfallvermeidung schuldig.

1. Abschaffung der Getränkezielverordnung vermehrt Abfallberge aus Wegwerfverpackungen

Nachdem die Überprüfung der Getränkezielverordnung bereits 1999 zeigte, dass infolge der Einführung der PET-Einwegflasche für Mineralwasser und einer anschließenden Zunahme der PET-Flaschen um mehr als 30% die Verwertungs- und Mehrwegziele nicht erreicht werden würden, hätte das Umweltministerium im Jahr 2001 Verkehrsbeschränkungen für Einwegverpackungen erlassen müssen. Dies getraute sich weder der Minister noch seine Beamten und so schafften sie kurzerhand die Getränkezielverordnung ab (=sie passten die Getränkeverpackungsziele an die geringeren allgemeinen Verpackungszielquoten an).

Um den umweltengagierten Menschen in Österreich noch Sand in die Augen zu streuen und von diesem Skandal abzulenken, wurde im Herbst 2000 mit der "Wirtschaft" eine freiwillige Vereinbarung über die Förderung von Mehrwegverpackungen abgeschlossen.

2. Handel fördert nur Einweg: Protest-Kundgebung in Groß-Enzersdorf

Gemäß der freiwilligen Vereinbarung sollen der Handel und die beteiligten Kreise Mehrwegsysteme bewerben. Dies sind jedoch nur ökologische Lippenbekenntnisse. Die Praxis schaut nämlich ganz anders aus. Die Lockangebote des Einzelhandels (=Billa und Spar) werden fast ausschließlich mit Einwegverpackungen gemacht. Z.B. ist das Bier in Dosen oft billiger als in der Mehrwegflasche. Wenn dann der Konsument zu den billigeren, beworbenen Produkten in der Einwegverpackung greift, heißt es, dass der Konsument keine Mehrwegverpackungen mehr will. Still und leise wurde die Milchglasflasche von allen Molkereien durch eine Poly-Karbonat-Einwegflasche ersetzt.

Der Handel fordert sogar von Abfüllern, dass neue Biersorten in der PET-Einwegflasche angeboten werden.

Nicht immer werden die Einwegverpackungen in die vom ARA-System aufgebaute Verpackungssammlung gegeben, sondern vergrößern nach wie vor die Müllberge.

Gegen diese Vorgehensweise protestiert der G. V. U. - Bezirk Gänserndorf mit einer Kundgebung gegen Wegwerfflaschen(verpackungen). Vor einem Einkaufsmarkt in Groß-Enzersdorf wird anschaulich der Vergleich zwischen einer Palette (=384 Glasflaschen) Mineralwasser in der AF-Norm- Pfandflasche und 25.600 Einweg - PET-Flaschen (oder 100 gelbe Säcke) vorgeführt.

3. Überreichung von tickenden "Einwegbomben" an Umweltminister Molterer und Wirtschaftskammerpräsident Leitl durch den G. V. U.

Gleichzeitig wird dem Umweltminister Molterer und dem Wirtschaftskammerpräsident Leitl vom Geschäftsführer des Umweltverbandes Gänserndorf Dr. Mayr je eine symbolische "Umweltbombe" überreicht: Ca. 200 einzelne PET-Wegwerfflaschen die zu einer einzelnen ca. 1,5 Meter großen PET Flasche verbunden sind, sollen diesen Umweltwahnsinn anschaulich zum Ausdruck bringen. Auf der Flasche steht zur Erinnerung, dass Ende Juni der erste Zwischenbericht über die Förderung der Mehrwegverpackungen fällig ist: "Explodiert die Einwegbombe?", Die "Wirtschaft" hat bisher kaum etwas zur Förderung der Mehrwegverpackungen unternommen hat, wie sie sich verpflichtet hat. Dies wird vom G. V. U. auch nachdrücklich eingefordert.

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