Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik

Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Herz, Hirn und politischer Gag

Utl: Ausgabe vom 14. Apr. 2001=

Eine Politik mit Herz lässt zuweilen das Hirn
vermissen. Womit das herzliche Regieren dort endet, wo kompromisslose Vernunft gefordert ist. "Am Ende der Fahnenstange muss den Menschen mehr Geld bleiben", spricht FPÖ-Klubobmann Westenthaler und deponiert damit das blaue Ja zur Steuersenkung 2003. Ungeachtet mahnender Zwischenrufe klammert sich die freiheitliche Partei an "das große Herz" und hetzt dem "großen Wurf Steuersenkung" hinterher. Freilich, man wäre ein Ignorant des politischen Systems, würde man den Ruf nach einer Steuerreform im Jahr 2003 alleine der Herzlichkeit zuschreiben. Der gelernte und geprüfte Österreicher weiß es besser:
Vor dem Herzen rangiert der Wahlerfolg. Und gewählt wird - richtig:
2003.
Die Steuersenkung als Wahlzuckerl. Ein Zuckerl, das die Rasenmähermethode namens Nulldefizit bis 2002 großzügig vergessen ließe. Vor allem die FPÖ hat in den vielen Jahren ihres Oppositionstreibens gelernt: Der Geschröpfte ist gnädig im Vergessen, wenn man ihm das "Butterbrot" entgegenhält.
Umso beachtlicher muss das Nein der ÖVP zur Steuerreform gewertet sein. Der Appell an die Vernunft in Zeiten der Herz-Schmerz-Pokertaktik erinnert tatsächlich an Tage, da die Politik weniger mit billigem Gag als mit überlegtem Tun in Erscheinung trat. Denn es wäre Gag, würde dem Radikal-Sparkurs (der auch unsoziale Opfer billigte) postwendend die große Geschenkeausgabe folgen. Sparen, um zu prassen? Zugegeben: Eine Möglichkeit. Allerdings die schlechteste...

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
E-Mail: ktzredaktion@apanet.at

Kärntner Tageszeitung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI/KTI