"Kleine Zeitung" Kommentar: "Ein faules Ei" (von Claudia Gigler)

Ausgabe vom 14.4.2001

Graz (OTS) - Der Kanzler persönlich hat den Frauen ein faules Ei ins Osternest gelegt. Vor kurzem noch hatte FP-Sozialminister Herbert Haupt in Aussicht gestellt, dass der Kündigungsschutz im Zusammenhang mit dem Kindergeld für die vollen zweieinhalb Jahre, nicht nur für zwei Jahre gelten werde. Donnerstagabend machte der Chef in der Regierung ihm einen dicken Strich durch die Rechnung.

Haupt versucht gute Miene zum bösen Spiel zu machen und weist darauf hin, dass Teilzeitarbeit während der Karenz ohne hin mit neuen arbeitsrechtlichen Ansprüchen, daher auch neuem Kündigungsschutz verbunden ist.

Damit gibt er allerdings gleichzeitig zu, dass das Abgleiten bzw. Abdrängen in dauerhafte Teilzeitarbeitsverhältnisse (mit geringerem Gehalt, geringeren Aufstiegschancen etc.) zu einer Säule des Systems werden soll.

Je länger die Absenz, desto schwerer ist es, den Arbeitsplatz für eine einzelne Person zu halten: so wohl für den Arbeitgeber, der Ersatz benötigt, als auch für den Arbeitnehmer, der den Anschluss verliert. Es ist nicht nach zuvollziehen, warum diese Last nur eine Seite treffen soll, indem die Mütter bzw. Väter ihren Kündigungsschutz verlieren. ****

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