Ausgaben für Medikamente im I.Quartal um drei Prozent gesunken

Pirich "Pharmawirtschaft hat ihre Hausaufgaben gemacht"

Wien (PWK281) - Die Pharmawirtschaft wird heuer zusätzlich zu den Einsparungen aus dem vergangenen Jahr einen weiteren Solidaritätsbeitrag in Höhe von 1,1 Milliarden Schilling leisten. Das gaben Vertreter der Pharmaindustrie, des Großhandel und der Apotheken heute, Freitag, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt. Die Ausgaben der Sozialversicherung für Medikamente, die im langjährigen Schnitt jährlich um 8,3 Prozent angestiegen waren, sind im Jahr 2001 dramatisch gekippt. Der "Block Medikamente" sank im ersten Quartal um drei Prozent zugunsten der Sozialversicherung.

"Die gesamte Pharmawirtschaft hat also ihre Hausaufgaben gemacht und ihre Verantwortung voll wahrgenommen", sagte Eberhard Pirich vom Fachverband der Chemischen Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Umso mehr schmerze es daher, dass die Regierung mit ihrer neuen Inseratenkampagne den Eindruck vermittelt, dass allein mit Verwaltungseinsparungen und Einsparungen bei Medikamentenpreisen das Gesundheitswesen saniert werden könne. Pirich: "Das ist nicht richtig und steht im Widerspruch zum Sozialpartner-Papier". Die Pharmawirtschaft habe seit Jahren ihre Solidaritätsbeiträge für die Sozialversicherung geleistet. "Es kann aber nicht sein, dass einzig und allein Preis- und Spannensenkungen als 'Allheilmittel' zur Ausgabendämpfung der Sozialversicherung dienen", so Pirich weiter. Stattdessen forderte Pirich erstens die Öffnung des Preisbandes von Generika als Anreiz zur Verordnung dieser Produkte. Damit bekommen innovative Medikamente mehr Spielraum beim Marktzutritt. Zweitens die Revision des zeitraubenden und kostspieligen Aufnahmeverfahrens von Arzneimitteln ins Heilmittelverzeichnis der Sozialversicherung und drittens die Anerkennung der Wirtschaftskraft der Pharmaunternehmen besonders im Export-Bereich.

"Der österreichische Großhandelsaufschlag wurde per 1. Juni 2000 mit ministerieller Verordnung um rund zehn Prozent gesenkt. Allein daraus ergibt sich im Jahr 2001 zusätzlich eine Spannenminderung von rund 130 Millionen Schilling. Da diese Großhandelsspannensenkung auch die Apothekenverkaufspreise mindert, resultiert eine Gesamtabsenkung der Arzneimittelkosten für Krankenkassen und Konsumenten von ca. 200 Millionen Schilling", berichtete Johann Kwizda, Vorsitzender der Bundesberufsgruppe Pharmagroßhandel in der WKÖ.

Kwizda betonte, dass die heimischen Arzneimittelpreise in Österreich auf allen Handelsstufen nach Kaufkraftparitäten oder aber auch nach Wechselkursen gerechnet unter dem europäischen Durchschnitt liegen. Einzig die österreichische Mehrwertsteuer sei mit 20 Prozent eine der höchsten in Europa und liegt weit über dem europäischen Durchschnitt. "Unser Bekenntnis lautet: Kosten minimieren, rationalisieren, aber auch in die Erhaltung der Leistungskraft der österreichischen Großhandelsbetriebe investieren", so Kwizda. Es müsse im Interesse der Gesundheit der österreichischen Bevölkerung weiterhin möglich sein, GDP-Standards (GDP= good distribution practice), wie in Europa gefordert, auch in Österreich zu gewährleisten.

Die Ausgabensteigerungen der Sozialversicherung für Arzneimittel konnten im letzten Jahr stark eingebremst werden. "Dabei hat das Solidaritätsmodell der Apotheken eine wesentliche Rolle gespielt", sagte Herbert Cabana, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer. In den letzten sechs Monaten gaben die Krankenkassen für Arzneimittel weniger aus als in dem ein Jahr zurück liegenden Vergleichszeitraum. Die Apotheken würden einen verstärkten Generika-Einsatz mittragen, weil damit kein Qualitätsverlust für Patienten verbunden sei. Sparmaßnahmen auf dem Rücken der Patienten, die eine Leistungseinschränkung mit sich brächten, lehnt die Apothekerkammer jedoch als "nicht akzeptabel" ab. (MH)

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