Offener Brief der KPÖ-Wien an Bürgermeister Dr. Michael Häupl

Wien (OTS) - Betrifft: Erhöhung des Kindergartengeldes Streichung von Zuschüssen für Kinderferienaktionen und Erhöhung der Kinderanzahl bei Integrationsgruppen.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister!

"Bei der Zukunft der Kinder darf nicht gespart werden" - war eine Ihrer zentralen Wahlkampfaussagen. Doch bereits zehn Tage nach der Wahl wurde bekannt, daß nun der Rotstift im Bereich der Kinderbetreuung auch auf Wiener Ebene angesetzt wird.

Die KindergärtnerInnen wurden dieser Tage über eine Erhöhung des Kindergarten-, Krippen- und Hortgeldes ab September informiert. Den Eltern wurde diese im Übrigen noch nicht mitgeteilt. Darüber hinaus soll ab Spätherbst auf eine bargeldlose Einzahlung des Beitrages umgestellt werden. Einem bisher menschlichen Umgang, den die Kindergartenleiterinnen gepflogen haben, folgt eine Abwicklung durch eine "administrative Stelle", die - wie bereits angekündigt - rigoros handeln wird.

Den Kinderorganisationen wurde dieser Tage vom Jugendamt mitgeteilt, daß es für Kinder von einkommensschwachen Familien keine Zuschüsse mehr zu den Ferienaktionen geben wird, da den Jugendämtern das Budget um 20 Millionen Schilling gekürzt wurde. Für viele Kinder sind aber die Zuschüsse oder auch die gänzliche Kostenübernahme die Grundvoraussetzung für eine Teilnahme an diesen Ferienaktionen. Die Erfahrungen zeigen, daß meist zwei Drittel diese Unterstützungen brauchen. Man nimmt damit vielen Kindern die Möglichkeit, einmal im Jahr für drei Wochen ihrem Alltag zu entfliehen. Hier trifft es zu 100 Prozent die Ärmsten der Armen.

Und die MitarbeiterInnen des Vereins "Wiener Kinder- und Jugendbetreuung" wurden darüber informiert, daß ab dem nächsten Schuljahr bei den Integrationsgruppen in der Nachmittagsbetreuung die höchstzulässige Gruppengröße von 15 auf 19 Kinder erhöht wird. 19 Kinder mit bis zu vier Schwerstbehinderten - vor dieser Aufgabe stehen die BetreuerInnen nun. Es wurde ihnen auch gleich mitgeteilt, daß sich die Teamzusammensetzungen ändern könnten. Übersetzt heißt das: es wird Personal abgebaut werden. Auch wenn es sich hier um keine Magistratsabteilung handelt, so wird der Verein zu 100 Prozent von der Gemeinde Wien finanziert.

Ich fordere Sie auf, diese Maßnahmen zurückzunehmen. Es kann ja wohl nicht im Sinne einer sozialdemokratischen Stadtregierung liegen, auch in Wien das Budget auf Kosten der Kinder zu sanieren.

Ich bitte Sie um eine Stellungnahme und verbleibe mit freundlichen Grüßen Waltraud Stiefsohn Vorsitzende der KPÖ-Wien

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