"profil": Weingartner stellt Nulldefizit infrage

Tirols Landeschef kritisiert Kärntens Landeshauptmann Haider -Nulldefizit "sicher auch später zu erreichen"

Wien (OTS) - In einem Interview in der Samstag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" rückt der Tiroler Landeshauptmann Wendelin Weingartner als erster ÖVP-Politiker vom Ziel der schwarz-blauen Bundesregierung, dem Nulldefizit ab. Weingartner: "Man muss schon die Frage stellen, ob das Nulldefizit binnen zwei Jahren wirklich ein Dogma ist, dem man alles opfert. Man kann das Nulldefizit sicher auch später erreichen."

Der Tiroler Landeshauptmann übt auch deutliche Kritik an der Bundesregierung und deren Vorgehensweise. Weingartner: "Wenn die äußeren Umstände andere geworden sind, muss man auch ein bisschen flexibler sein. Derzeit wird aber eine Bevölkerungsgruppe nach der anderen verunsichert."

Den Grund für die Verunsicherung sieht der Tiroler Landeschef im Vorgehen der Regierung. Weingartner in "profil": "Derzeit läuft auf der Management-Seite einiges falsch, denn Zentralismus demotiviert. Die Bundesregierung sollte sich andere Grundsätze überlegen, dann sehe ich der Zukunft wieder positiv entgegen." Gelinge das nicht, befürchtet der Landeshauptmann Probleme für die ÖVP. Weingartner:
"Das hohe Tempo der Regierung ist auch für die ÖVP nicht leicht zu verkraften. Derzeit gilt zwar noch der Satz speed kills blue. Nur müssen wir aufpassen, dass daraus nicht auch der Satz speed kills black wird."

Grundsätzliche Kritik übt der Tiroler Landeshauptmann auch an seinem Kärntner Amtskollegen Jörg Haider. Weingartner im "profil"-Interview: "Es kann nicht so sein, dass sich der Kollege aus Kärnten immer wieder meldet, seine Parteifreunde seinen Rufen folgen und alle anderen schweigen." Haiders Zwischenrufe hält Weingartner für schädlich. "Es ist problematisch, wenn er glaubt, sich dauernd auf Kosten der eigenen Regierung profilieren zu können", so der Tiroler Landeshauptmann.

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