"Kleine Zeitung" Kommentar: "Kapitulation" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 13.4.2001

Graz (OTS) - War es die vorösterliche Einkehr, die zur Läuterung führte, oder die resignierende Einsicht, das Ziel nicht zu erreichen, die den Sozialminister zum Einlenken bewogen hat?

Wenn Herbert Haupt nun behauptet, ihm sei es im Kräftemessen mit dem Hauptverband nie um Personen gegangen, dann muss er sich wegen Gedächtnislücken in ärztliche Behandlung begeben. Die forsche Ankündigung, Hans Sallmutter möge sich sein März-Gehalt beim Gericht, sicher aber nicht mehr bei der Sozialversicherung holen, ist noch in frischer Erinnerung.

In Wahrheit hat der Sozialminister zugeben müssen, dass er auf dem kürzeren Ast sitzt und den Präsidenten des Hauptverbandes nicht heben kann.Als Milderungsgrund lässt sich bloß anführen, dass nicht Haupt der Hauptkriegstreiber war, sondern die Schlacht um den Kopf Sallmutters ohne Plan von der Vizekanzlerin und Parteichefin eröffnet wurde.

Die Kapitulation ist vollzogen. Der Minister und die Koalition stehen blamiert da. Sie haben schwere Geschütze in Stellung gebracht und keine Bresche schlagen können. In ihrem Siegesgefühl sollen die Sozialpartner aber nicht vergessen, dass jetzt sie die kranken Kassen sanieren sollen. Ihr Reformpapier ist peinlich dünn. ****

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