Waneck: Sterbehilfe ist entschieden abzulehnen

Ausbau des Hospizwesens und der Palliativmedizin - Märchen vom humanen töten

Wien, (BMSG) - "Jeder Schritt in Richtung Sterbehilfe wird von mir entschieden abgelehnt. Vielmehr ist der Ausbau des Hospizwesens und der Palliativmedizin (Schmerzmedizin) voran zu treiben", betonte FP-Staatssekretär Univ. Prof. Dr. Reinhart Waneck. "Für mich als Arzt gilt der Grundsatz ‚Sterbebegleitung statt Sterbehilfe’." ****

"Mit der Legalisierung der aktiven Sterbehilfe in den Niederlanden stellt sich dieses Land als erstes außerhalb der europäischen Wertegemeinschaft, die auf dem Fundament eines humanistisch-christlichen Weltbildes gewachsen ist", so Waneck. Er persönlich habe sich bereits im Rahmen der FEMS - Organisation der europäischen Spitalsärzte - deren Vizepräsident er sei, anläßlich eines Symposiums 1999 in Salzburg, gegen die sattsam bekannten Praktiken der Niederlande gestellt, die das "Märchen vom humanen töten" propagieren. "Eine entsprechende einstimmig gefaßte Resolution wurde, gleichzeitig mit einem klaren Bekenntnis zu einer humanen Sterbebegleitung an das Europäische Parlament gerichtet", berichtete Waneck.

Waneck erinnerte weiters daran, daß die freiheitliche Politik immer für Sterbebegleitung statt Euthanasie eingetreten sei. So sei die FPÖ die erste Parlamentpartei gewesen, die in der vergangenen Legislaturperiode einen Antrag auf Ausbau des Hospizwesens und der Palliativmedizin gestellt hatte, so Waneck. Abgesehen davon sei an die Europäische Menschenrechtskonvention erinnert, in der ein "absolutes Verbot" der Euthanasie festgeschrieben sei, so Waneck. Auch in Österreich sei aktive Sterbehilfe sowohl strafrechtlich als auch berufsrechtlich nach dem Ärztegesetz verboten, erinnerte Waneck. "Der Niederländische Weg kommt für Österreich nicht in Frage."

Als Gesundheitspolitiker und Arzt sei es ihm, Waneck, ein besonderes Anliegen Patienten ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod zu gewährleisten. "Wir müssen daher das Hospizwesen und die Palliativmedizin forcieren. Leider ist hier in der Vergangenheit nicht mit dem notwendigen Druck vorgegangen worden, was dazu geführt hat, daß wir nun einen Aufholbedarf haben."

Waneck verwies in diesem Zusammenhang auf den von ihm ausverhandelten Österreichischen Krankenanstaltenplan (ÖKAP), der eine Umschichtung von Akutbetten hin zu Palliativ-, Hospiz- und Geriatriebetten vorsehe. "Dort wo wir zu viele Akutbetten in den Spitälern haben, werden diese, nicht wie von der alten Regierung geplant einfach gestrichen, sondern sinnvoll umgewidmet", führte Waneck aus.
Parallel dazu müsse auch die Verbesserung der Vernetzung zwischen stationären und ambulanten Einrichtungen sowie mobilen Diensten erreicht werden, betonte Waneck. Weiters strebe das Staatssekretariat eine Verbesserung der berufsübergreifenden Zusammenarbeit an den Schnittstellen Spital - Hausarzt -Hauskrankenpflege - Hospizdienst an, um den Kranken den Verbleib in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen. "Es gibt keine Heilung für den Tod - also gestalten wir ihn so menschenwürdig wie möglich." (Schluß) mg nnn bxf

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