Niederwieser: Gehrer leistet "wertvollen" Beitrag zur weiterer Verwirrung an den Universitäten

Wien (SK) Mit ihren heutigen Ausführungen gegenüber der APA habe Bildungsministerin Gehrer "einen 'wertvollen' Beitrag zur weiteren Verwirrung und Verunsicherung an den Universitäten geleistet", erklärte SPÖ-Wissenschaftssprecher Erwin Niederwieser in einer Reaktion am Donnerstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Gehrer rede nur an den Problemen vorbei. Denn es gehe nicht darum, "ob nun eine Handvoll Studenten mehrere Prüfungswiederholungen absolvieren, sondern ein wichtiges und brennendes Thema wäre viel mehr, dass überdurchschnittlich engagierte Studenten noch immer Probleme haben, dass an renommierten ausländischen Universitäten absolvierte Prüfungen in Österreich nicht anerkannt werden", kritisierte Niederwieser. Zudem liege Gehrer, was die Anzahl der erlaubten Wiederholungen von Prüfungen betrifft, falsch: Prüfungen dürften nicht bis zu sechs Mal, sondern nur drei bzw. vier Mal mit Ausnahmegenehmigung wiederholt werden, korrigierte Niederwieser. ****

Zu den Empfehlungen des Rats für Forschung und Technologieentwicklung meinte Niederwieser, dass dieser im Hauptbereich der Forschungsentwicklung bisher gute Arbeit geleistet habe. Aber in der Frage der Universitätsreform sei die Stimme des Rates "nur eine von vielen". Die Vorschläge müssten daher nicht überbewertet werden. Die SPÖ wolle mit Sicherheit eine konstruktive Umgestaltung der Studieneingangsphase, jedoch keine neuen Aufnahmeverfahren, die zur einer "sozialen Auslese" der Studierenden führe, stellte Niederwieser klar.

Gehrer müsse, was die Personalentwicklung an den Unis betrifft, "genauere Sichtweisen an den Tag legen". Denn die Kosten für die Unis, für Wissenschaft und Forschung seien in den letzten 30 Jahren kontinuierlich gewachsen, die Zahl der Lehrenden habe sich verdoppelt. Die Ausgaben für Pflichtschulen und weiterführende Schulen seien in Österreich über dem OECD-Schnitt gelegen, jene für die Unis lagen hingegen darunter. Insgesamt ergeben sich daraus für den Bildungsbereich Ausgaben, die knapp über dem OECD-Schnitt liegen, verdeutlichte Niederwieser.

Zu Gehrers Forderung nach einem neuen Uni-Dienstrecht, erklärte Niederwieser, dass bereits beim ersten "Universitäten-Gipfel" leitende Beamte aus Gehrers Ressort erklärt hätten, dass die Einführung eines neuen Dienstrechts zu erheblichen Mehrkosten führen würde. Dies sei von Gehrer bislang auch unwidersprochen geblieben, so der SPÖ-Wissenschaftssprecher. Niederwieser hat den Eindruck, als wolle Gehrer "ein neues sparsameres Auto kaufen, für das aber kein Geld vorhanden ist".

Abschließend rief Niederwieser in Erinnerung, dass die Eintragungsfrist für das Bildungsvolksbegehren - das wesentlich vom VSStÖ und anderen bildungspolitischen Gruppierungen getragen wird -am 20. April endet. Hier könne man mit seiner Unterschrift ein Zeichen gegen den drohenden Bildungsabbau und die Studiengebühren setzen, unterstrich Niederwieser. (Schluss) hm

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