Postsekundäres Bildungssystem in Österreich muss EU-konform geregelt werden

Wirtschaft fordert Reform nach international üblichen Strukturen

Wien (PWK277) - Die jüngste Meldung aufgrund der letzten Eurostat-Vergleiche bezifferte Österreichs Anteil an hoch qualifizierten Beschäftigten mit 6,6 Prozent als Schlusslicht der EU. "Ohne Zweifel sind solche Vergleiche eine Imagebeschädigung des Wirtschaftsstandortes Österreich", stellt Georg Piskaty, Leiter der Gruppe Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich fest. "Rein formal ist die Berechnung von Eurostat korrekt, inhaltlich aber unzutreffend und liegt daran, dass der Bereich universitäre Bildung in Österreich sich noch immer auf lange Studien bezieht. Fast alle Länder haben mittlerweile diversifizierte Universitätssysteme und damit andere Quoten an Hochschulabsolventen als Österreich", so Piskaty.

Österreich hat in Wirklichkeit natürlich nicht nur 6,6 Prozent technisch Hochqualifizierte im Vergleich zu Schwedens 21 Prozent. Technisch Hochqualifizierte sind in Österreich mehrheitlich Absolventen der HTL, nämlich 40 Prozent plus facheinschlägiger Praxis und Weiterbildung. Durch Ausschluss des HTL-Ingenieurs aus der Quotenberechnung verzerrt sich das Bild drastisch zu Ungunsten Österreichs. In anderen Ländern gilt diese Ausbildung als erste Stufe einer "universitären Qualifikation". In Österreich ist es aufgrund der starren Abgrenzungen der Bildungssektoren, welche von der OECD bereits seit 1997 moniert werden, nicht möglich, eine den EU-Regeln entsprechende Quotenberechnung zu erstellen.

"Die Wirtschaft fordert daher schon seit langem eine Reform des postsekundären Bildungswesens nach international üblichen Strukturmustern, um nicht auf Dauer im europäischen Vergleich unterschätzt zu werden und eine Schlusslichtpositionierung einzunehmen, die nicht der Realität entspricht", stellt Piskaty anlässlich der jüngsten Meldungen fest. (pt)

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