FORMAT: Staatsoperndirektor plädiert für Kurt Scholz als Kulturstadtrat.

Ioan Holender: "Neuer Kulturstadtrat sollte dafür eintreten, daß im Theater an der Wien Oper und Operette gespielt wird."

Wien (OTS) - Im Interview mit FORMAT nimmt Staatsoperndirektor
Ioan Holender zur Frage des neuen Wiener Kulturstadtrates Stellung:
"Ich habe mit Freude gehört, daß Kurt Scholz Kulturstadtrat werden könnte, und ich schätze ihn sehr. Ohne seine Hilfe hätte ich die Opernschule der Wiener Staatsoper, die wir im September starten, nicht durchgebracht. Diese Opernschule für musikbegabte Kinder, die später in Vorstellungen der Wiener Staatsoper auftreten werden, ist auch eine Folge des Opernzeltes für Kinder."

Und Holender zur Frage des Theaters an der Wien: "Aber unabhängig davon, wer der neue Kulturstadtrat wird, bin ich sicher, daß jeder Kulturmensch dafür eintritt, daß man im Theater an der Wien wieder Kunstgattungen ohne elektoakustische Verstärkung spielen soll, also Oper, Operette, Konzert. Musicalproduktionen im Raimund Theater und gelegentlich im Ronacher decken den Musical-Bedarf dieser Stadt."

Und Holender weiter: "Der Intendant Rudi Klausnitzer sagt doch selbst, daß er Probleme hat, das Theater an der Wien zu füllen. Man weiß auch, daß das Musical keine unversiegbare Kunstgattung ist, es kommen keine neuen Stücke nach. Es ist doch traurig, daß man "Hair" nachspielen muß. Das klassische Musical, wie "My Fair Lady" oder "Kiss me Kate", geht nach wie vor, aber mit Ausstattungsevents und nachgestellten Disney-Produktionen kann man eine Kunstgattung nicht am Leben erhalten kann. Das Theater an der Wien ist weltweit eines der schönsten und akustisch besten Häuser, in dem man so schnell wie möglich die Kunstgattung pflegen sollte, die dorthin paßt: Oper und Operette."

Und Holender zum Projekt eines möglichen Theatertauschs Volksoper und Theater an der Wien: "Man hat das geprüft, prüfen kann man ja alles, und vielleicht war diese Variante ein Katalysator, das Richtige im Theater an der Wien zu machen, das Haus freizumachen für die Oper. Ein Tausch Theater an der Wien und Volksoper wäre teuer und schlecht, weil die Volksoper eine Bestimmung hat, einen Platz in Wien, wo sie wichtig und richtig ist."

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