GPA-Benischek: Öffnungszeitenliberalisierung ist Affront gegenüber Bankangestellten

Bartenstein-Entwurf bedeutet unhaltbaren Eingriff in KV-Autonomie

Wien (GPA/ÖGB). Einen unhaltbaren Eingriff in die Kollektivvertragsautonomie ortet die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) durch den Plan von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, eine Liberalisierung der Öffnungszeiten auch auf den gesamten Bankenbereich ausdehnen zu wollen. Seitens des Wirtschaftsministeriums würden durch den präsentierten Gesetzesentwurf die gerade laufenden bzw. kurz vor Abschluss stehenden KV-Verhandlungen über Ausnahmeregelungen zur Samstagöffnung in den verschiedenen Bereichen des Geld- und Kreditwesens völlig ignoriert und untergraben.++++

"Es ist aus der Sicht der Bankangestellten nicht zu akzeptieren, dass deren Arbeitszeitenbestimmungen handstreichartig verfügt werden sollen”, so der Sektionsvorsitzende des Bankenbereiches in der GPA, Günter Benischek, der unterstreicht, dass gemeinsam mit den Handelsangestellten sowie allen von einer weiteren Freigabe der Öffnungszeiten betroffenen Beschäftigten entschieden gegen den Nivellierungskurs des Wirtschaftsministers vorgegangen werde. "Wir werden uns dabei sicher nicht auf Protestnoten beschränken. Gerade das Gelingen der bevorstehenden Euro-Umstellung wird maßgeblichst vom Beitrag der Bankangestellten abhängen. Wenn nun bewusst Frustration geschaffen wird, dann wird das diesem Projekt sicher nicht zuträglich sein", so Benischek.

Dass die Dienstgeberseite keinerlei Bereitschaft zeigt, die vorprognostizierten Belastungen im Zuge der Euro-Umstellung angemessen abzugelten, habe bereits zu massiver Unzufriedenheit und Unverständnis bei den Bankbeschäftigten geführt. Immerhin seien es gerade sie, von denen verlangt werde, die emotionale Bereitschaft der Bevölkerung für das Euro-Projekt zu festigen, Ängsten und Verunsicherungen entgegenzutreten und für einen glatten Ablauf der Währungsumstellung zu sorgen. "Die Motivation steigt bei den Bankangestellten angesichts der von Wirtschaftsminister Bartenstein in Aussicht gestellten Gleichschaltung der Öffnungszeiten in den verschiedenen Dienstleistungsbetrieben sicher nicht”, so Benischek. Er verweist darauf, dass durch Bankomaten, Selbstbedienungsmöglichkeiten und Onlinedienste de facto rund um die Uhr Bankgeschäfte getätigt werden können. Die Notwendigkeit flexiblerer Öffnungszeiten stelle sich somit gerade im Bankenbereich nicht. "Es geht uns für die Bankangestellten nicht um eine Ausnahme von der geplanten Liberalisierung der Öffnungszeiten, sondern gemeinsam mit allen davon Betroffenen um eine klare Absage an arbeitnehmerInnenfeindliche Arbeitszeiten", so Benischek abschließend.(ff)

ÖGB, 10. April 2001
Nr. 286

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