Greenpeace kennzeichnet Gentech-Soja-Lastwagen selbst

Anzeige gegen Futtermittelfirma "Garant" wegen Betrugsverdacht

Graz/Wien (OTS) - 25 Greenpeace-Aktivisten bekleben seit heute morgen im Rahmen einer Aktion alle aus dem Futtermittel-Werk "Garant" in Graz ausfahrenden mit Gensoja beladenen LKW mit einem großen "GARANTiert genmanipuliert"-Aufkleber. Grund für die Aktion ist der Verkauf von Gentech-Soja-Futtermitteln, die ungekennzeichnet an die Bauern ausgeliefert werden. "Wir kennzeichnen die Gentech-Soja-Lastwagen mit eigenen Warnklebern, weil die Futtermittelindustrie das Gentech-Futter nicht selbst kennzeichnet und die Bauern im Ungewissen lässt", sagte Greenpeace-Sprecherin Nina Thüllen. Greenpeace fordert von den Futtermittelproduzenten einen generellen Verzicht auf Gentech-Futtermittel.

Bei der heutigen Aktion werden alle Laster mit Gentech-Soja, die das Werk verlassen, mit Hilfe eines "Gen-Schrankens" am Werkstor gestoppt und dann mit einem metergroßen Warnkleber gekennzeichnet. Danach können die LKW das Werksgelände verlassen. Zwei Transparente stellen klar, dass es Greenpeace um einen generellen Ausstieg aus Gentech-Futtermitteln geht und nicht nur um eine Kennzeichnung. Eine solche Kennzeichnung ist nur als Sofortmassnahme dringend notwendig. Greenpeace erstattete gestern außerdem Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen die Firma Garant wegen Betrugsverdacht.

Eine gestern von Greenpeace veröffentlichte ISMA-Umfrage zeigt, dass die Bauern keine Gentech-Futtermittel kaufen würden, wenn sie entsprechend gekennzeichnet wären. Die meisten Bauern wissen gar nicht, dass sie Gentech-Soja verfüttern, weil die Soja-Säcke nicht entsprechend gekennzeichnet werden. Die pro Jahr nach Österreich importierten 550.000 Tonnen Soja-Futtermittel bestehen nach Greenpeace-Schätzungen zu mehr als einem Drittel aus gentechnisch manipulierter Soja.

Garant, der Futtermittel-Marktführer in Österreich, war bislang zu keinem Einlenken bereit. Greenpeace hatte bereits Mitte März ein für das Werk Aschach an der Donau bestimmtes Gentech-Soja-Schiff zwei Tage lang blockiert. Als Reaktion erklärte das Grazer Unternehmen "Agra-Tagger" darauf, ein ganzes Werk auf gentechfreie Soja umzustellen. Greenpeace begrüßt dies als ersten Schritt, fordert aber, dass alle Futtermittelwerke im Interesse der Bauern und Konsumenten auf gentechfreie Soja umstellen

Die Verfütterung von Soja ersetzt das Tiermehl, das im Zuge der BSE- Krise EU-weit verboten wurde. Weil Gentech-Soja billiger als natürliche Soja ist, wird aus Profitinteressen der Futtermittelindustrie genmanipulierte Soja aus den USA und anderen südamerikanischen Staaten auch nach Österreich importiert und in den heimischen Viezuchtbetrieben verfüttert. "Es gäbe genügend Alternativen zu Gensoja - auch durch heimischen Anbau", sagte Thüllen und forderte Minister Molterer auf, eine sofortige Kennzeichnungspflicht von Gentech-Soja für in Österreich produzierte Futtermittel zu verordnen. "Ein ständiges Abschieben der Verantwortung auf die EU durch Molterer schädigt die heimische Landwirtschaft. Molterer ist jetzt dringend zum Handeln aufgefordert", appellierte Thüllen abschließend an den Minister.

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