ÖGJ: So werden Lehrlinge bei Ambulanzgebühren zur Kasse gebeten

Klare und einfache Ausnahmeregelung für Lehrlinge gefordert

Wien (ÖGJ/ÖGB). "Das Chaos in der Bundesregierung nimmt offenbar kein Ende. Die einen wissen nicht, was sie unterschreiben und die anderen nicht was sie sagen", so Albert Maringer, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). "Es ist schlicht und einfach unwahr, dass Lehrlinge automatisch von der Rezeptgebühr und somit auch von der Ambulanzgebühr befreit sind. Vielmehr besteht ein für Jugendliche unüberschaubares Gewirr aus Regelungen und Ausnahmen", so Maringer. "Wir fordern eine klare und einfache Ausnahmeregelung für Lehrlinge - sie sollen generell von der Ambulanzgebühr ausgenommen werden."++++

Derzeit sieht die Lage der Lehrlinge so aus: Lehrlinge, die weniger als 8.437 Schilling im Monat verdienen, können einen Antrag auf Rezeptgebührbefreiung stellen. Wohnen sie aber nicht in einer eigenen Wohnung, sondern bei ihren Eltern - was bei den meisten Lehrlingen der Fall ist - kommt es jedoch ebenso auf das Familieneinkommen an. Davon werden nämlich 12,5 Prozent zur Lehrlingsentschädigung dazugerechnet. "Kaum ein Lehrling bleibt dann noch unter den knapp 8.500 Schilling. Das heißt, der Großteil der Lehrlinge hat keine andere Wahl, als die Ambulanzgebühren zu zahlen", so Maringer.

"Während die Unternehmer in den ersten drei Lehrjahren keine Krankenversicherung und im ersten Lehrjahr keine Unfallversicherung mehr für ihre Lehrlinge zahlen müssen und die Krankenkassen damit rund 600 Millionen Schilling verlieren, werden die Jugendlichen zur Kasse gebeten. Eine noch offensichtlichere Umverteilungspolitik kann wohl nicht mehr betrieben werden." Und Maringer abschließend: "Es ist nicht einzusehen, dass sich die Arbeitgeber aus ihrer solidarischen Verantwortung verabschieden können und dafür den Lehrlingen während ihrer Berufsausbildung das Geld aus der Tasche gezogen wird. Lehrlinge müssen deshalb von der Ambulanzgebühr ausgenommen werden." (aw)

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