FORMAT: Haider-Vertraute dürfen bei Kelag-Verkauf Millionenprovision kassieren

Vertrauliches Aufsichtsratsprotokoll belegt: Geschäftsführer

Wien (OTS) - der Kärntner Energieholding erhalten 0,75 Prozent Provision=

Die drei Geschäftsführer der Kärntner Energieholding BeteiligungsGmbH (KEH), enge Vertraute von Landeshauptmann Jörg Haider, dürfen bei der Privatisierung der Kärntner Elektrizitäts-AG (Kelag) 0,75 Prozent Provision kassieren, wenn der Erlös des zur Privatisierung anstehenden Aktienpaketes einen "Mindesterlös" von 2,139 Milliarden Schilling übersteigt. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

Laut FORMAT wurde die Provisionsvereinbarung am 14. November des Vorjahres von der Kärntner Landesregierung beschlossen. Bereits im Mai davor wurde die KEH gegründet, in die das in Landesbesitz stehende Kelag Aktienpaket von 63,85 Prozent (den Rest hält die Verbundgesellschaft) eingebracht wurde.

Zu Geschäftsführern der zu 49 Prozent zur Privatisierung anstehenden KEH wurden laut FORMAT drei enge Vertraute von Landeshauptmann Jörg Haider bestellt: Der Klagenfurter Wirtschaftsprüfer, Kelag-Aufsichtsratsvorsitzende und persönliche Steuerberater Haiders, Günter Pöschl, Kelag-Vorstand Hermann Egger sowie der Kelag-Aufseher und Ex-RHI-Finanzchef Heinz Taferner.

Bei einer Sitzung des KEH-Aufsichtsrates, der aus der gesamten Kärntner Landesregierung besteht, am 14. November 2000 wurde laut FORMAT der bis heute geheimgehaltene Beschluß über die Modalitäten der Entlohnung der drei Haider-Vertrauten gefällt. Zitat aus dem vertraulichen Aufsichtsratsprotokoll: "Als Entlohnung erhalten die Geschäftsführer eine ausschließlich erfolgsabhängige Prämie durch einen Stock Option Plan." Übersteigt der Verkaufserlös des Aktienpaketes einen "Mindestwert" von 2,139 Milliarden Schilling, so erhält das Trio eine "Vergütung" von 0,75 Prozent.

Laut Protokoll haben 100 Prozent der Kelag einen "Mindestwert" von 6,84 Milliarden Schilling. Laut Londoner Investmentbank Schroder Salomon Smith Barney, die gerade die Suche nach einem Käufer für 49 Prozent der über die Muttergesellschaft Kelag plazierten Holding KEH finalisiert, sei ein Erlös von bis zu vier Milliarden Schilling zu erzielen: Damit können die drei Haider-Vertrauten laut FORMAT mit einem Honorar von bis zu 20 Millionen Schilling rechnen. Reaktion von KEH-Geschäftsführer Günter Pöschl: "Dazu gibt es im Moment keinen Kommentar." Sein KEH-Kollege, Kelag-Vorstand Hermann Egger: "Das laufende Bieterverfahren verbietet mir jeden Kommentar."

Wie FORMAT weiter berichtet, ist die geheime Provisionsvereinbarung im Kelag-Aufsichtsrat bis heute unbekannt. FORMAT zitiert den Chef des Kelag-Zentralbetriebsrates und Vize-Präsidenten des Kelag-Aufsichtsrates, Gerald Loidl, mit den Worten: "Ich habe zum Jahreswechsel gerüchteweise von einer Provisionsgeschichte gehört, kenne sie aber bis heute nicht. Als ich das im Kelag-Aufsichtsrat zur Sprache bringen wollte, hat es nur geheißen, das sei streng geheim."

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