"Kleine Zeitung" Kommentar: "Ohne Herz und Hirn" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 7.4.2001

Graz (OTS) - Weiß die linke Hand noch, was die rechte tut? Nach
den Wiener Wahlen scheint in der Bundesregierung das totale Chaos ausgebrochen zu sein. Es geht nicht mehr darum, ob Politik mit mehr Herz gemacht werden soll, sondern man muss bereits bezweifeln, ob überhaupt das Hirn dabei ist.

Da schickt der schwarze Wirtschaftsminister einen Gesetzesentwurf zur Begutachtung aus, der eine Öffnung der Geschäfte auch in der Nacht erlauben soll, worauf der blaue Klubobmann ausrückt, um unter dem Beifall der Länder und zum Wohlgefallen der Kammern das Papier vom Tisch zu fegen.

Da verkündet der Sozialminister, dass er sich mit dem für Wirtschaft und Arbeit zuständigen Kollegen über eine Verlängerung des Kündigungsschutzes beim Kindergeld geeinigt habe, um sofort den Protestschrei des Wirtschaftsflügels auszulösen.

Da versucht der Finanzminister die Länder zu übertölpeln und sie an die kurze Leine zu legen, worauf die altgedienten Landeshauptmänner den jungen Heißsporn auflaufen lassen und eine Verfassungsklage androhen.

Wo bleibt der Bundeskanzler? Sein Kabinett ist außer Rand und Band. Wolfgang Schüssel dirigiert keine Koalition, sondern eine Kakaphonie.

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