Oberösterreichische Behördenvertreter mißachten vorbeugende Maßnahmen gegen die drohende Maul- und Klauenseuche

Linz (OTS) - In Oberösterreich tourt ein Zirkusunternehmen, das Paarhufer mit sich führt durchs Land. Einige Amtstierärzte, sowie Beamte der Veterinärabteilung der OÖ-Landesregierung bleiben trotz besseren Wissen untätig.

Laut Sondernummer der Amtlichen Veterinärnachrichten der Republik Österreich Nr. 1i/2001 vom 23.3.2001 dürfen wegen der Gefahr der Verbreitung der Maul - und Klauenseuche keine Paarhufer in oder durch Österreich transportiert werden. Laut Auskunft der Veterinärabteilung des Bundesministeriums für Gesundheit gilt dieses Verbot auch für Zirkusse, die Tiere mit sich führen.

Seit Anfang Jänner 2001 befindet sich das deutsche Zirkusunternehmen "Circus Safari" in Oberösterreich. Der Zirkus geriet aufgrund miserabler Haltungsbedingungen der mitgeführten Tiere schon bald in die Schlagzeilen. Mehrere österreichische Tierschutzvereine - Tierhilfswerk Austria, Internationaler Bund der Tierversuchsgegner, Verein gegen Tierfabriken, Linzer Tierschutzverein, Dachverband der OÖ Tierschutzvereine, Humanitas, etc - riefen ein Hilfsprojekt für die Tiere des Zirkus ins Leben. Im Zuge dieser Tätigkeit gelang es, einen Tiger zu retten. Nach wie vor befinden sich zwei angekettete Affen, mehrere Rinder, Ponies, ein Lama und einige Hunde beim Zirkus, immer noch unter tierquälerischen Bedingungen gehalten.

Zu den grundsätzlichen Tierschutzproblemen bei der Haltung und Betreuung der Tiere ist jetzt auch noch die Problematik der Maul- und Klauenseuche dazu gekommen. Eigentlich hätte der Zirkus seinen Standplatz am Harterplateau in Linz-Leonding nicht verlassen dürfen. Trotzdem fuhr er am letzten Märzwochenende nach Steyr weiter und wenige Tage später nach Bad Hall. Die weitere Route für die nächsten Woche ist bereits geplant. Die daraufhin sofort von Mitarbeitern des Rettungsprojektes informierten Behörden reagierten skandalös.

Dr. Eduard Fellinger, Amtstierarzt für die Stadt Steyr zeigte sich nicht bereit, etwas zu tun und verwies auf die OÖ-Landesregierung. Dr. Wolfgang Dorls, Amtstierarzt des Bezirkes Steyr, behauptete, die Anordnung des Bundesministeriums sei falsch und er unternehme ebenfalls nichts. Hofrat Ruitner, Vertreter des Landesveterinärdirektors Dr. Wampl, gab zwar zu, daß ihm die Anordnung des Bundesministeriums bekannt sei, er sehe jedoch keine Veranlassung für sofortige Maßnahmen.

In der Bundeshauptstadt Wien wurden bereits weitreichende Maßnahmen zur Verhütung der Maul- und Klauenseuche getroffen. In der Steiermark wurde bereits ein Reiseverbot für einen Zirkus, der Paarhufer mit sich führt, behördlicherseits angeordnet. In Oberösterreich hingegen versuchen einige Amtstierärzte, die drohende Gefahr der Maul- und Klauenseuche herunter zu spielen und reagieren nicht entsprechend den Vorschriften seitens des zuständigen Bundesministeriums.

Silvia Summerer, Koordinatorin des Rettungsprojektes für die Tiere des Circus Safari: Es ist einfach unglaublich, wie die verschiedenen Behördenvertreter, mit denen ich in der Angelegenheit Circus Safari telefonischen Kontakt hatte, reagierten. Es wurde abgestritten, daß es eine Anordnung des Bundesministeriums gibt bzw. daß diese Anordnung falsch sei, die Beamten behaupten nichts zu wissen, sie fühlen sich nicht zuständig. Es scheint, als sei den Beamten die notwendige Arbeit lästig. Es werden alle Maßnahmen gegen die Maul-und Klauenseuche nutzlos sein, wenn die zuständigen Behörden und Beamten sich nicht um die Vorschriften kümmern.

Die im Hilfsprojekt zur Rettung der Tiere des Circus Safari beteiligten Tierschutzvereine fordern alle oberösterreichischen Behörden auf, die weitere Tour des "Circus Safari" sofort zu stoppen.

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