Grünewald: Forschungsrat verwechselt Unis mit Militärakademien

Wiedereinführung von professoralen Kleinfürstentümern ist reaktionär

Wien (OTS) "Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung verwechstelt offenbar Universitäten mit Militärakademien und will die Universitäten in längst überholt geglaubte Metternich'sche Zeiten zurückversetzen", kritisiert der Wissenschaftssprecher der Grünen, Univ. Prof. Kurt Grünewald, Vorschläge des Rates, wissenschaftlichen MitarbeiterInnen nur mehr 20 Prozent für selbstbestimmte Forschung und Lehre einzuräumen. "Es ist völlig unakzeptabel, jungen ForscherInnen nur mehr 20% ihrer Dienstzeit für eigene Forschung und Wissenschaft zu gestatten, sie also dazu zu zwingen, 80 Prozent beauftragt durchzuführen. Die Wiedereinfühung des Lehnherrnsystems hat an Universitäten nichts verloren", so Grünewald. "Alle Appelle an Flexibilität, Kreativität und Originalität werden ad absurdum geführt, wenn nur mehr das geforscht werden darf, was Chefs wollen. Das ist zutiefst kontraproduktiv", warnt Grünewald.

Daß der Rat zudem Universitäten unter Kuratell stellen will, zeigen seine Vorstellungen über einen Universitätsrat, der nicht nur den Rektor bestellen soll, sondern letztlich auch das Sagen über Budget und Ressourcen hat. Wenn der Rat sich sogar dazu versteigt, zu sagen, daß "die Freitheit an Universitäten zu weit getrieben wurde!" zeigt dies eine Gesinnung, die zutiefst antidemokratisch ist.

Absurd sei auch die Idee, nunmehr um jeden Professor herum wieder "Kleinfürstentümer" zu errichten. Dies wird die Kooperation, die Interdisziplinarität die Entstehung von kritischen Massen verhindern und keinen Weg in die Zukunft weisen. "Fast müßten man für diese krausen Wortspenden dankbar sein, denn sie geben Grund genug den Widerstand an den Universitäten zu intensivieren", so Grünewald.

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