Uni-Dienstrechtsreform: Niederwieser für Erstellung von Personalentwicklungsplänen

SPÖ-Wissenschaftssprecher präsentiert seine Homepage

Wien (SK) Eine sachgerechte Lösung im Zusammenhang mit der aktuellen Dienstrechtsreform an den Universitäten forderte am Freitag SPÖ-Wissenschaftssprecher Erwin Niederwieser in einer Pressekonferenz. Man solle Institut für Institut Personalentwicklungspläne für die nächsten fünf bis zehn Jahre erstellen. Dazu sei jedes Institut sicher innerhalb von zwei Monaten imstande. Im Unterschied zur Vorgangsweise der Regierung wäre diese Lösung eine, die mit den Betroffenen erarbeitet werde und die von diesen sicher auch akzeptiert würde. ****

Laut Niederwieser würden sich die Universitäten in einem feindlichen Umfeld befinden, da sie in wichtigen Fragen von der Regierung nicht eingebunden werden. Der SPÖ-Wissenschaftssprecher verwies etwa auf die Einführung der Studiengebühren. Der Dienstgeber stelle sich nicht schützend vor seine Bediensteten, sondern attackiere diese sogar noch öffentlich. Da sei es nur umso logischer, dass sich seitens der Universitäten die Reform- und Dialogbereitschaft in Grenzen halte.

Im Zusammenhang mit der Universitätsreform verwies der SPÖ-Wissenschaftssprecher auf eine Kellermann-Studie, der eine Befragung von 40.000 Uni-AbsolventInnen des Jahrganges 1994/95 aus Europa und Japan zugrunde liegt. Daraus geht hervor, dass den Absolventen der österreichischen Unis hohes Fachwissen bescheinigt wird. Beim Thema Beratung würden die Unis in Österreich Defizite aufweisen, nicht besonders gut werde auch die technische Ausstattung an den Unis beurteilt. Als wichtige Information für die Reformdiskussion an den Universitäten schlägt Niederwieser daher die Veröffentlichung der kompletten Studie durch das Bildungsministerium vor.

Die hohe Drop out-Rate und die im Verhältnis zu anderen Ländern lange Studiendauer liegen laut dem SPÖ-Wissenschaftssprecher darin, dass das FH-System noch im Aufbau sei, dass es noch kaum Bakkulaureatsstudienangebote gebe, dass viele Studenten berufstätig seien und dass Studenten häufig das Studium wechseln. Niederwieser fordert daher einen Ausbau der vernachlässigten FH-Bereiche wie Gesundheit und Soziales. Außerdem müsse es die Möglichkeit von parallelen Angebote von zwei- und dreigliedrigem Studium und die Einführung des Bakkalaureats geben. Weiters müssten Forschungsmittel in Geräte investiert werden und eine Dienstaufsicht gegen Knock-out-Prüfungen ins Leben gerufen werden.

Dem Forschungsrat empfahl Niederwieser, sich nur um die Anhebung der Forschungsquote zu kümmern und sich nicht zur Uni-Reform zu äußern. Diese Aufgabe des Forschungsrates sei auch klar durch das Gesetz definiert. Man werde die Leistung des Forschungsrates daran messen, ob er die Erhöhung der Forschungsquote auf 2,5 Prozent des BIP bis Ende des Jahres erreicht. Er, Niederwieser, sei schon zufrieden, wenn die Quote mit Ende des Jahres über zwei Prozent sei. Sollte die Forschungsquote jedoch darunter liegen, dann sollte der Forschungsrat zurücktreten. Der Regierung warf der Wissenschaftssprecher vor, sich hinter dem Forschungsrat zu verstecken. Niederwieser ist sich auch sicher, dass die Regierung die Schuld auf den Forschungsrat schieben werde, sollte dieser das angepeilte Ziel nicht schaffen.

Als weitere Forderung nannte der SPÖ-Wissenschaftssprecher die Stärkung des Forschungssektors außerhalb der Unis und den Betrieben. Es gebe zwar Institute wie das Boltzmann-Institut oder das Forschungszentrum Seibersdorf, doch müsste es nach Ansicht Niederwiesers mehr Institute dieser Art geben, da dadurch auch neue Arbeitsplätze geschaffen würden. Es sollte daher mehr Geld für neue Institute zur Verfügung gestellt werden.

Im Rahmen der Pressekonferenz präsentierte der SPÖ-Wissenschaftssprecher auch seine Homepage www.forum-wissenschaft.at. Auf dieser Homepage würde man Positionen zu einer linken, kritischen Forschungspolitik vorfinden. Weiters finde man Vorschläge zur künftigen Organisation der Universitäten, einen Hinweis auf das Bildungsvolksbegehren und generell die Positionen der SPÖ zu den wichtigsten Themen im Bereich Wissenschaft und Forschung vor. (Schluss) ps

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