Waneck: WHO-Weltgesundheitstag im Zeichen der psychischen Gesundheit

Österreich hat Nachholbedarf im Bereich der psychischen Gesundheit

Wien, 2001-04—06 (BMSG) - Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat als Motto für den morgigen Weltgesundheitstag 2001 das Thema "Psychische Gesundheit" ausgewählt. "Paradoxerweise hat ausgerechnet Österreich, das als Pionierland der Psychiatrie und Psychotherapie bezeichnet werden kann einen enormen Nachholbedarf auf diesem Gebiet", kritisierte FP-Staatssekretär Univ. Prof. Dr. Reinhart Waneck den Kurs seiner Amtsvorgänger *****

Der Bereich "mental health”, der im englischen Sprachgebrauch nicht nur die psychische Gesundheit, sondern auch die Verhütung und Behandlung psychischer Krankheiten umfaßt, ist ein zentrales Element von Gesundheit schlechthin. "Ihm ist aus gesundheitspolitischer Sicht ein besonders hoher Stellenwert beizumessen, was in der Vergangenheit leider verabsäumt wurde", so Waneck.

"Depressionen stehen an vierter Stelle der häufigsten Krankheiten und werden nach seriösen Schätzungen in etwa 20 Jahren die zweithäufigste Krankheit weltweit darstellen. Im Durchschnitt ist jeder vierte Mensch einmal in seinem Leben von einer massiven psychischen Beeinträchtigung betroffen, für deren positive Bewältigung er professionelle Hilfe in Anspruch nehmen muß", zitierte Waneck eine Statistik der WHO.

"Es gilt daher, der Förderung des Bereichs ‚mental health’ sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene die gebührende Aufmerksamkeit zu widmen und diesen Aspekt der Gesundheitspolitik noch weiter zu verstärken", betonte der Staatssekretär. Ein erster diesbezüglicher Schritt erfolgte durch die Erhebung der ‚ist-Situation’ in Österreich. Im Auftrag des Staatssekretariats für Gesundheit hat das Ludwig Boltzmann Institut für Sozialpsychiatrie unter Leitung von Univ.Prof.Dr. Heinz Katschnig einen gesamtösterreichischen Psychiatrie-Bericht erstellt. "Erstmals sind so die für Gesamt-Österreich zugänglichen Daten über die psychiatrische und psychosoziale Versorgung dargestellt", sagte Waneck.

Zusammen mit einem später erscheinenden analytischen Teil werde damit erstmalig ein gesamtösterreichischer Überblick über den Bereich der psychischen Gesundheit und der psychiatrischen und psychosozialen Versorgung der Bevölkerung vorliegen, der als Grundlage für weitere Maßnahmen im Bereich der Prävention sowie eine gezielte Strukturentwicklung dienen solle, zeigte Waneck die Leistungen seines Staatssekretariates auf. .
"Mein Ziel als Gesundheitspolitiker und Arzt ist es, daß diese Gesundheitsprobleme nicht tabuisiert werden, sondern offen darüber gesprochen werden kann", betonte Waneck. "Nur dann können Menschen mit gesundheitlichen Problemen psychischer Art die Hilfe und Behandlung erhalten, die sie benötigen, um ihr Leben mit einem positiven Gefühl für ihr Dasein sowie der Überzeugung von ihrem eigenen Wert und dem der anderen in Würde zu führen", betonte Waneck.

"Durch diesen "Psychiatrie-Bericht" soll nicht nur der Informationsstand zum Fachgebiet der Psychiatrie und dem bestehenden Angebot der psychiatrischen Versorgung gehoben werden, sondern auch das psychischen Störungen noch immer anhaftende Stigma reduziert werden", so Waneck.

Abschließend überreichte der Staatssekretär dem Leobener Schüler Fabian Ecker, der mit seinem Aufsatz "Der Becher-Charlie" WHO-Regionalsieger für Europa wurde, Geschenk und Urkunde der WHO und dankte ihm für sein Engagement. (Schluß) mg nnn bxf

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