ÖGB-Csörgits: Bartenstein erhöht Druck auf Handelsangestellte

Längere Ladenöffnungszeiten verschärfen Situation für Frauen im Handel

Wien (ÖGB). Verärgert reagierte Renate Csörgits, ÖGB-Frauenvorsitzende und ÖGB-Vizepräsidentin, auf den Liberalisierungsentwurf für Ladenöffnungszeiten von Wirtschaftsminister Bartenstein: "Der ehemalige Familienminister scheint bei seinen Überlegungen, die Interessen von Hunderttausenden, meist weiblichen Handelsangestellten, völlig ausgeblendet zu haben. Noch länger arbeiten zu müssen, wird viele Menschen vor riesige familiäre Probleme stellen."++++

Der Entwurf zur Ausweitung der Ladenöffnungszeiten sieht eine Freigabe zwischen Montag null Uhr und Samstag 17.00 Uhr und eine Erhöhung der Wochenöffnungszeit von 66 auf 72 Stunden vor. Csörgits:
"Das bedeutet, dass Handelsangestellte in Zukunft auch am Abend und in der Nacht arbeiten müssten. Die Lebensqualität der Menschen wird darunter massiv leiden, aber das scheint Arbeitsminister Bartenstein nicht zu stören. Bereits derzeit sind viele Kinderbetreuungseinrichtungen nicht ausreichend an den Bedürfnissen von berufstätigen Eltern orientiert. Eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten wird die Lage für viele Familien noch weiter verschärfen."

Der Druck auf die ArbeitnehmerInnen werde mit Sicherheit zunehmen, meint die ÖGB-Frauenvorsitzende. Gerade als Ex-Familienminister sollte Bartenstein wissen, dass er mit seinen Vorschlägen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verhindern werde. Für Csörgits bleiben viele wichtige Fragen offen: "Wann soll noch so etwas wie ein Familienleben stattfinden, wenn die Menschen jeden Samstag, am Abend und in der Nacht arbeiten müssen? Wo sollen die Kinder von AlleinerzieherInnen abends betreut werden, wenn keine Großeltern zur Verfügung stehen? Wie kann ein Arbeitsminister diesen Entwurf jenen zumuten, deren Interessen er eigentlich schützen sollte?" (hk)

ÖGB, 6. April 2001
Nr. 281

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