• 04.04.2001, 11:57:07
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  • OTS0145 OTW0107

Tanzquartier Wien eröffnet am 3. Oktober=

Wien, (OTS) Am 3. Oktober eröffnet das Tanzquartier Wien als
erstes Produktions- und Veranstaltungshaus Österreichs, das
ausschließlich den Genres zeitgenössischer Tanz und Performance
gewidmet ist. Standort des Hauses ist das neugegründete
MuseumsQuartier Wien - ein Verbund unterschiedlicher autonomer
Kultureinrichtungen auf dem Gelände der ehemaligen Hofstallungen im
Zentrum Wiens -, das zu den größten Kulturarealen der Welt zählt.
Innerhalb dieses Areals gehört das Tanzquartier Wien zu den
wichtigsten institutionellen Neugründungen der Stadt Wien in der
jüngeren Vergangenheit. Es verfügt über einen ganzjährig betriebenen
Studiokomplex mit drei Studios, einem Theorie- und
Informationszentrum und Verwaltungsräumlichkeiten, dessen
Besuchereingang im Haupthof (Hof 1) des Geländes gelegen ist. Der
Veranstaltungsbetrieb des Hauses findet schwerpunktmäßig in der
ehemaligen Winterreithalle statt, den so genannten Hallen G und E,
die gleichfalls im Zentrum des Areals situiert sind. In einer stark
von bildender Kunst und Architektur geprägten Umgebung steht das
Tanzquartier Wien allgemein für die performative Kunst auf dem
Kulturgelände: für den Liveact in zeitgenössisch-aktueller
Ausrichtung. Über Details wurde am Mittwoch in einem Pressegespräch
berichtet.****

Dabei erinnerte Kulturstadtrat Peter Marboe an den langen Weg,
der vor vier Jahren begonnen hat. Es gehöre zu den schönen Dingen,
dass es in Wien ein Tanzhaus geben wird, das keinen Vergleich zu
scheuen braucht. Die Rahmenbedingungen seien da, nun gehe es los.

Der Leiter der Kulturabteilung, Dr. Bernhard Denscher, erinnerte
daran, das im Jahre 1990 für Tanz 3,8 Millionen Schilling zur
Verfügung gestanden haben, jetzt seien es 19 Millionen Schilling. Im
Laufe der Zeit seien viele Standorte diskutiert worden, man könne
glücklich sein, dass sich letztlich das MuseumsQuartier angeboten
habe.

Sigrid Gareis, die Künstlerische Intendanz, dankte eingangs
Stadtrat Marboe, er sei der wichtigste Motor für das jetzt bestehende
Haus gewesen. Wie sie ausführte, sei sie über den politischen Konsens
glücklich. Dem Team werden u.a. Richard Schweitzer als
Interimistischer Geschäftsführer angehören, Jeroen Peeters für den
Bereich Dramaturgie/Research sowie Milli Bitterli und Nik Haffner für
Weiterbildung/Training.

Das Modell des Tanzquartier Wien ist durch ein wechselndes
Veranstaltungs-, Workshop- und Theorieprogramm geprägt und nicht
durch die künstlerische Arbeit einer einzelnen Tanzkompanie bestimmt.

Die Arbeit am Haus gestaltet sich im konzeptuellen und
lebendigen Zusammenspiel unterschiedlichster Präsentations-,
Weiterbildungs- und Diskussionsformen im Tanz- und Performancebereich
in dessen Zentrum der Künstler und die Künstlerin, ihre Arbeit, ihr
Denken und ihre Auseinandersetzung mit dem Publikum stehen. Leitlinie
des Hauses ist ein risikobereiter, dem künstlerischen Prozess
verpflichteter "Factory-Gedanke", der sich nicht vordringlich an
historisch begründeten Repräsentationsfunktionen des Tanzes
orientiert, sondern das Publikum in unmittelbaren Kontakt mit
aktuellen Tendenzen der Tanz- und Performanceentwicklung bringt.

Das Tanzquartier Wien wird als Arbeits- und Kommunikationsort
nationaler und internationaler TänzerInnen, ChoreografInnen und
PerformerInnen aufgebaut und steht nachhaltig für die Idee, das neue
Kulturareal im Zentrum der Stadt Wien als "KünstlerInnenQuartier" zu
definieren.

Der besonderen Lage des Hauses im räumlichen Verbund
unterschiedlichster Kulturinstitutionen wird nicht nur durch eine
interdisziplinär ausgerichtete Programmkonzeption entsprochen. Ziel
des Hauses ist es vielmehr auch, kooperativ in den künstlerischen
Dialog mit anderen Institutionen im MuseumsQuartier, in der Stadt und
in Österreich zu treten. Durch diese aktive Kooperationshaltung und
das gezielte Eingehen auf die örtlichen Bedingungen möchte das Haus
in seiner Programmarbeit zum einen internationalen KünstlerInnen das
Angebot machen, sich in ihre Arbeit mit dem besonderen Ambiente des
Tanzquartier Wien, der kulturellen Dynamik der Stadt Wien und nicht
zuletzt auch mit ihrer geografischen Lage am Schnittpunkt zwischen
Ost- und Westeuropa auseinander zu setzen. Zum anderen erwartet die
lokalen TänzerInnen, ChoreografInnen und PerformerInnen ein Haus, das
nicht nur eine Vielzahl an professionellen Weiterbildungs- und
Recherchenmöglichkeiten bereitstellt, sondern sie auch verstärkt zum
Austausch mit nationalen und internationalen Kollegen und Kolleginnen
einlädt. Mit dieser dialogisch ausgerichteten Programmpolitik will
das Tanzquartier Wien nicht nur der starken Uniformierung im
internationalen Tanzbereich, sondern auch einer möglichen
Ghettoisierung der lokalen Szene entgegenwirken.

Dem bekanntermaßen tanzbegeisterten Wiener Publikum öffnet sich
mit dem Tanzquartier Wien ein junges Haus, das umfangreich das
künstlerische Schaffen einer lebendigen nationalen und
internationalen Tanz- und Performanceszene in Gastspielen und
Eigenproduktionen dokumentiert sowie Entwicklungen der Sparten in
Symposien und Vorträgen analysiert und reflektiert. Try-outs und
Labore gewähren direkten Einblick in den Entstehungsprozess von
künstlerischen Arbeiten. Im besonderen Zuschnitt auf seine Stadt
erfährt der Besucher den zeitgenössischen Tanz und die Performance
als zwei der aktuellsten, experimentier- und diskursfreudigsten
Kunstsparten der Gegenwart.

Die Arbeit des Hauses wird sich in fünf Schwerpunkte gliedern:
Präsentation, Produktion, Recherche, Weiterbildung und
Theorie/Information. (Schluss) ull/bs

Rückfragehinweis: PID-Rathauskorrespondenz:

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Peter Ullmann
Tel.: 4000/81 081
e-mail: ull@m53.magwien.gv.at

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