WirtschaftsBlatt-Kommentar Das Heil der Fluglinien liegt in Allianzen von Angelika Kramer

Wien (OTS) - Europas Fluglinien halten die Anleger in letzter Zeit auf Trab. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass sie nicht mit Hiobsbotschaften konfrontiert werden. Milliardenverluste bei SwissAir, Streiks bei der Lufthansa, Streiks und Verluste bei der Sabena, ein miserables Börsedebut der Iberia - die Serie reisst nicht ab. Doch worin liegt der Grund für das Desaster der Airlines? Umsatzrückgang kann es nicht sein, denn die Zahl der Flugreisenden steigt dermassen an, dass Verspätungen zum Alltag gehören. Die Airlines argumentieren immer mit der Höhe der Treibstoffkosten und der nachteiligen Währungssituation. Nun stimmt zwar, dass die Treibstoffkosten enorm gestiegen sind, auch, dass die Währungssituation nicht gerade die rosigste ist, aber die ganze Malaise der europäischen Luftfahrt lässt sich damit noch lange nicht erklären. Im Fall der SwissAir brachten in erster Linie der Grössenwahn einiger Manager und der Nationalstolz das Monument zum Absturz. Die Unternehmensführung hat es nicht geschafft, die Airline, die stets einen tadellosen Ruf genoss, in einer starken europäischen Allianz zu positionieren. Die SwissAir wollte in jeder Partnerschaft,die in Frage kam, auf jeden Fall die erste Geige spielen. Doch nicht alle wollten dabei mitspielen. Partner wie die defizitäre Sabena oder Kleinkaliber wie die LOT reichen nicht aus, um sich auf dem heiss umkämpften europäischen Himmel zu behaupten. Österreichs Airliner haben das zum Glück rechtzeitig erkannt und sind aus dem schwachen Bündnis mit den Schweizern ausgeschert. Sollten die Österreicher diesmal unternehmerisch klüger als die Schweizer gehandelt haben? Fast sieht es so aus. Zwar steht es auch bei AUA & Co. momentan nicht zum Besten, aber die Zukunftsperspektiven scheinen durch den Beitritt zur starken Star Alliance gesichert. Synergien und nennenswerte Kostenreduktionen sind nur über den Weg einer starken Partnerschaft zu erreichen. Allerdings muss Österreich das noch der Europäischen Kommission klar machen. Denn EU-Wettbewerbshüter haben den Beitritt der AUA zur Star Alliance noch immer nicht genehmigt, obwohl die Meldung seit Ende 1999 in Brüssel einer Prüfung harrt. Sollte eine Genehmigung nicht erfolgen, ist die AUA wohl der nächste Übernahmekandidat in der europäischen Luftfahrt nach der schwächelnden Alitalia oder der KLM. (Schluss) akr

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